Tongariro-Crossing: Zusammengekauert wie Pinguine in der Antarktis!

16. bis 20. November 2012

Gesamt Kilometer:         1021 KM
Laengste Strecke:         Radler-Pause
Platten Statistik:        0

Die „A-Plus-Lodge“ in Turangi, biete uns ein paar Tage einen günstigen Unterschlupf in einer Abstellkammer. Von hier aus wollen wir in den Tongariro-Nationalpark, der drei, immer noch aktive Vulkane beherbergt. Unter der Hostel-Gemeinschaft lernen wir Elias und Max kennen, zwei Brüder aus Plauen(DE). Mit ihnen beschließen wir das so genannte „Tongariro-Crossing“ zu bewältigen, eine ca. 17 km lange Wanderung, die hinauf auf 1900m führt. Wir schaffen es Bobbi, einen New Yorker der ebenfalls in der Unterkunft lebt zu überzeugen uns Vier, sowie zwei Mädels aus Neukaledonien bis zum Start der Strecke zu bringen.

4.30 Uhr, gepresst wie Wurstmasse in den Darm, drücken sich 6 Leute, plus Gepäck zu Bobbi in den etwas klein geratenen Combi. Es regnet, kein gutes Zeichen! Die buntgemixte Wandergruppe zieht trotzdem los. Elias und Dani versuchen sich anfangs experimentierfreudig mit kurzen Hosen,  am Wärmehaushalt des menschlichen Körpers und trotzen der Kälte, wie zwei neuseeländische „Maheno-Schafe“.

Mit steigenden Höhenmetern wandeln sich die vom Himmel fallenden Wassertropfen zu Schneeregen, Schnee, Graupel und schließlich zu Hagel; starke Winde setzen ein und drängen uns in höchst unangenehme Situationen, womit sich Elias als auch Danis experimentelle Phase beendet hatte.

 Es wurde angezogen was ging. Die Mädels waren nicht gut vorbereitet, weshalb sie an dieser Stelle umdrehen mussten; nur noch zu Viert, geht es weiter Berg auf. Weitere 200 Höhenmeter; der Wind entwickelte sich allmählich zu einem ausgewachsenen Sturm,… „Wir sind zu weit gegangen um umzukehren, es gibt nur einen Weg, rüber!!!“

Die Hände zum Schutz vors Gesicht gehalten, rutschen wir halb kriechend, nur wenige Meter vom Abgrunde entfernt über vereiste Steinflächen; die Sicht wird immer schlechter; die Glieder sind allmehlig tiefgefroren; auf der Haut herrscht ein Gefühl von tausend Nadeln und unsere Mimik gleicht einem zerknüllten Stück Papier…doch dann…ein Freudenschrei:

Jungs wir sind oben“!!!

Ein kurzes Foto in Siegerpose: Bärte, Mützen, Schals, alles vereist; die Gesichter immer noch zur Faust geballt, versucht sich jeder, mühevolles ein Lächeln abzuringen.

Auf der anderen Seite beginnt der Abstieg; es weht weniger, dafür stapfen wir jetzt durch kniehohen Schnee. Die Gruppe wirkt entspannter, fast euphorisch über den Wetterwechsel doch, …zu früh gefreut; wir durchqueren noch einmal eine Schneise, in der es so stark Stürmt, das wir gemeinsam Schutz hinter einem Felsen suchen müssen; zusammengekauert wie Pinguine in der Antarktis, warten wir auf eine ruhigere Minute, um von Mutter-Natur, abermals Eisbrocken um die Ohren gehauen zu  bekommen.

Endlich,… matschig werdender Schnee, signalisiert fallenden Höhenmeter!

Wir erreichen die „Ketetahi-Hütte“ wo sich jeder versucht mit Liegestützen und Hampelmännern aufzuwärmen; es bleibt beim Versuch, das Blut will nur spärlich zurück in die Finger oder Zehen.

„Es hilft nichts, wir müssen hier runter!“     

Der Schnee verschwindet; das Wetter klart auf; einige Sonnenstrahlen finden den Weg auf die Erde, sowie in unsere Seelen. Plötzlich wandelt sich die öde Vulkanlandschaft, die Gruppe wander nun  durch üppig-grünen Regenwald und quert kleine Brücken die über plätschernde Bäche führen. Die „Vier-Jahreszeiten-an-einem-Tag“ waren somit perfekt!

Nach fast 6 Stunden durchmarschieren, erreichen wir ziemlich ausgelaugt den „Ketetahi-Parkplatz“, wo uns Bobbi, 1 Stunde später, zurück zum Hostel bringt.

Dort erzählen Alle, dass der Track wegen Unwetter und erhöhter vulkanischer Aktivität für Heute gesperrt war.  4 Tage später, am 21.11.2012 brach der Mount Tongariro unerwartet aus.

Das war knapp!!!

Weitere Bilder hier

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