Mexiko, Oaxaca und seine Halbtagsquerulanten!

29. April. bis 10. Mai 2013

Gesamtkilometer:            5725 KM
Längste Strecke:              69,4 KM
Plattenstatistik:                    22

 

„Man, wir müssen mal aus‘m Arsch kommen!“

2 Stunden entfernt von Guadalajara entschließen wir uns aus Frust über unser bisheriges Reisetempo zu „Hitch-Biken“!?!

Hierbei fährt man anfangs noch mit dem Fahrrad um Kilometer zu schrubben, sobald man dann jedoch einen Lastwagen oder Transporter halten sieht, nimmt man alle seine Sprachkenntnisse zusammen und fragt, ob man ein Stückchen mitfahren könnte.

Unsere ersten Versuche an einer Tankstelle scheiterten allerdings, da die engagierten Mitarbeiter uns freundlichst baten ihre Kunden, verdammt noch mal in Ruhe zu lassen! Doch so schnell geben wir nicht auf! Wenig später passierten wir einen Kleintransporter mit offener Ladefläche dessen junge Insassen am Straßenrand für eine Pinkelpause hielten.

„Wohin fahrt ihr? Oaxaca! Ohh cool, wie lange braucht ihr denn dahin? 15 Stunden! O.k, …können wir vielleicht mit?“ 🙂

Kurz darauf finden wir uns bei praller Sonne sowie stürmischem Fahrtwind auf der mit Erdsäcken bepackten Ladefläche wieder, 1000 Kilometer Richtung Süden.

Die anfängliche Freude über den Lift schwindet jedoch mit der Zeit; Klärchen ballert aus vollen Rohren und brät uns auf höchster Stufe. Zum Glück haben Jay und Alfredo ein Herz und holen uns nach einer Weile zu sich ins Fahrerhäuschen. Besser wird es allerdings nicht. Zusammengequetscht wie ein paar Hühner auf der Stange sitzen wir nun dicht an dicht nebeneinander, wobei Jay  versucht bei Rammstein mitzuträllern, Fabi ununterbrochen seinen Kopf, wie ein Hund aus dem Fenster streckt und Dani ein bisschen nervös mit seinem Hintern über dem Bremshebel hin und her rutscht.

„Bitte keine Schlaglöcher“!  🙂

Um 3 Uhr Morgens erreichen wir die feucht-warme Stadt Oaxaca. Völlig ausgelaugt und verspannt verabschieden wir die neu gewonnenen Kumpels, um uns auf die Suche nach einer preiswerten Bleibe zu machen.

Den nächsten Tag lassen wir entspannt angehen. Nach einem murmeltierähnlichen Schlaf folgt ein ausgiebiges Frühstück. Der Himmel ist blau, die Vögel zwitschern,… doch plötzlich durchdringen völlig unerwartete Schüsse und Schreie die bisherige Ruhe. Vorsichtig schleichen wir uns an die Fenster um nach draußen zu lugen.

Es herrscht Chaos auf der Straße! Menschen, die verängstigt flüchten; Demonstranten, die blutend davon getragen werden; eine junge Frau, die genau vor unserer Nase auf den Bordstein klatscht; Reporter, die mit ihren Kameras im Dauerfeuermodus knipsen; Sirenen; Polizei, mit schweren Geschützen; noch mehr Unruhe; noch mehr Polizei und dann…, war alles vorbei! So schnell, wie es angefangen hatte, war es auch wieder zu Ende. Die Vögel zwitscherten, der Himmel war noch immer blau, die Demonstranten hatten sich aufgelöst und die Polizei war nur noch vereinzelt zu sehen?!? Verwundert sahen wir uns an, dann dämmert es!

„Na klar, heute ist der Erste Mai!“

So schnell geht das in Mexiko. „Halbtagsquerulanten“.  😉

Mit dem Fahrrad in der Steilwand – naja das könnte man jedenfalls denken. Wir sind auf dem Weg nach Ixtlan de Juares, ein Dorf weit oben in den Bergen. Gemessen an den bisherigen Steigungen, ziemlich weit oben! Mühsam treten wir mit 4-5 Km/h in die Pedale, während uns die Einheimischen noch in den Ohren klingen.

„Wirklich? Mit dem Fahrrad? Da geht es aber ganz schön steil rauf Jungs“!

„Ach, das geht schon!“ 🙂

3 Stunden später hatten wir dann immerhin schon ganze 15 Km zusammen, es konnte nur besser werden. Kurz darauf hörte Dani ein vertrautes Brummen; ein langsamer Truck. Ein kurzer Sprint und zack ging es im Schlepplift auf Rädern weiter. Auch Fabi der voraus war bemerkte den Truck. Er legte ebenfalls ein Sprint ein, doch verfehlte ihn um Haaresbreite.

#Rüttel,Bums,Krach#

Während Dani nur an einen kleinen Rempler dachte und weiter fuhr, lag Fabi samt Fahrrad Kopf über im Straßengraben. Das Vorderrad verkantet, die Felge verzogen und die Achse ließ sich nur noch schwer drehen. Er kochte vor Wut! Als wir am Gipfel wieder aufeinandertrafen, flogen ordentlich die Fetzen. Jeder hatte eine andere Story und natürlich Recht! Mit lautem Gebrüll und zahlreichen „Nettigkeiten“ quälten wir uns dann bis Ixtlan de Juares. Doch oben angekommen waren wir durch die gestrampelten 1835 Höhenmeter und das ganze Gezanke so erschöpft, dass wir das Kriegsbeil bei einer Flasche Bier einfach wieder unter den Tisch fallen ließen. 🙂

In den nächsten 2 Tagen waren wir Stammgäste in Pepes Bikeshop, wo Fabi mit den primitivsten Werkzeugen seine halb zerstörte Felge wieder zurechtbastelte. Am Ende verstanden wir uns so gut mit Pepe, dass wir sogar zusammen eine kleine Spritztour zu einem Aussichtspunkt über dem Dorf machten.

Noch einmal rein treten! Über kleine idyllische Dörfchen, die den Blick auf die wunderschöne Berglandschaft freigeben, gelangen wir endlich an die Spitze des Berges. Ein Schild zeigt es an – 3000 Meter – Ende Gelände, wir haben es geschafft, von hier an geht es nur noch bergab.

Es schien als rollten wir in eine andere Welt. Die Landschaft veränderte sich so heftig, wie es keiner von uns zuvor erlebt hatte. Von der kargen, trockenen und heißen Gebirgskette kommen wir innerhalb von 5 Minuten in einen feucht, schwülen, tropischen Dschungel, aus dem fremdartige Geräusche ihren Weg in unsere Ohren finden.

Die Abfahrt war der Hammer. Auch wenn wir in manchen Kurven ganz schön ins Schwitzen kamen und die Schlaglöcher uns ein zusätzliches Hindernis boten, hatten wir riesigen Spaß. Von 3000 Metern bis auf null.

Wie geil ist das denn!“ 🙂

Weitere Bilder hier

Mexiko, über Rot im Guadalajara-Wettrennstil!

30. März. bis 28. April 2013

Gesamtkilometer: 5457 KM
Längste Strecke: 64,6 KM
Plattenstatistik: 22

Didit dididit didit dit …Tequila!!! 🙂

Nicht der Schnaps, sondern der Ort, in dem der bekannte Schnaps hergestellt wird, war über Ostern das zu Hause der „Tapi-Toreros“.

Nach einer rasanten Abfahrt in die im romantischen Kolonialstil gehaltene Kleinstadt, die uns mit Pflastersteinstraßen willkommen heißt, lassen wir uns im Hostal Viajero nieder.

Der Inhaber Jesus, ist fantastisch, über ihn bekommen wir eine kostenfreie Führung in einer Tequiladestillerie mit anschließender Verkostung von knapp 15 verschiedenen Schnäpsen die, später die Nachmittagssonne noch goldener erscheinen ließen. 🙂

Außerdem zeigte Er uns die blau schimmernden Agavenfelder über der Stadt und nahm das gesamte Hostel mit in die berühmteste sowie älteste Bar Tequilas in der nach einem ausgelassenen Abend ebenfalls keiner Zahlen musste.

„JESUS-SUPERSTAR“

Danke!!!

Am Ostersonntag lassen wir es uns richtig gut gehen. Auf unserem Tisch stapelten sich die Schmakazien und Leckereien, sodass wir aus dem Frühstück einen Brunch machten und es von allen Seiten neidische Blicke hagelte.

Basti sah diesen Morgen nicht gut aus, Er schien herumzukränkeln, und trotzdem beschließen wir die Bikes zu satteln. Anscheinend nicht die beste Idee, unser halber Radtorero musste richtig kämpfen, nicht nur das unser Begleiter von Kilometer zu Kilometer beschissener aussah, Er durfte auch noch 3 Mal seine Reifen flicken.

Irgendwie schaffen wir es bis nach Gudalajara und drängeln uns durch den Stadtverkehr bis ins Casa Ciclista wo uns Jorge der Mechaniker Mobdro Download App mit offenen Armen empfängt und Basti nach der Begrüßung nur noch ins Bett kippt.

Das Casa Ciclista ist ein Haus, das sich für die kulturellen Interessen und Rechte der Fahrradfahrer einsetzt. Sie bieten viele Workshops an, veranstalten Unternehmungen und geben nebenbei jedem Fahrradreisenden eine kostenfreie Unterkunft.

Ein echter Treffpunkt für Fernradler. Neben der Langzeitreisenden Heather die hier schon über einem Monat lebte, weil sie sich den Arm gebrochen hatte, treffen wir auch noch auf die beiden Amerikaner Steve und Joe und so leben zwischenzeitlich 7 Reiseradler unter einem kleinen Dach.

Nach dem ein paar Tage später auch Sandra, die andere Hälfte der Radtoreros auch noch krank wird, entscheiden die Beiden sich ein Hotel zunehmen, um sich auszukurieren. Somit trennten sich unsere Wege vorläufig.

Auf das wir uns irgendwo wieder vereinen! 🙂

Guadalajara gefällt uns super! Schnell waren wir eine große Clique und lernten viele neue Leute kennen. Unter anderem veranstalten Wir mit Ihnen mehrere Fahrradausflüge, bei denen wir Tag wie Nacht im Guadalajara-Stil (rote Ampeln zählen nicht) durch die Stadt rasten und uns dabei eifrige Wettrennen lieferten.

Mit Isaque lernten wir mexikanisch Kochen, Jorge zeigte uns allerhand nützliche Kniffe an den Rädern z.B. wie man richtig Einspeicht und mit Gabi und Maria Mobdro Kodi, die wir schon in Tequila kennenlernten, wanderten wir noch vor Sonnenaufgang hinab in den Huentitan Canyon, welcher im sanften Morgenlicht majestätisch schimmerte.

Nebenbei hatten wir auch noch andere Projekte wie eine kleine Schauspielrolle in Pablos Kurzfilm für die Stadt oder einen Fotojob für eine lokale Fahrradzeitschrift und für ein angehendes Technikmuseum. 🙂

Nach knapp einem Monat voller neuer Erfahrungen und tollen Begegnungen müssen wir uns wiedermal losreißen. Mit schweren Herzen verabschieden wir uns von Allen mit einer letzten Runde „Pulke“, dem fermentierten Agavensaft, den wir hier richtig schätzen gelernt haben.

Liebe Grüße an alle, die wir hier leider nicht erwähnen konnten, wir hatten eine tolle Zeit mit Euch!

Danke! 🙂

Episode 9 : Tapinambur On Worldtour; Baja California 2013

Ein neues Video aus der Tapi-Schmiede von unserer Tour durch Baja California.

Schaut es euch an und Abonniert uns um die Reise zu unterstützen.

Gruesse an alle die uns über den Weg gelaufen sind. 🙂

Weitere Videos hier

Tepic, entspannte Tage in Charlies „Puff-Hotel“

18. bis 29. Maerz 2013

Gesamtkilometer: 4989 KM
Längste Strecke: 113,8 KM
Plattenstatistik: 21

Rad-Toreros und Tapinambur glücklich vereint.

Mit gemeinsamen Kräften finden wir die Billigfähre von La Paz nach Mazatlan auf das mexikanische Hauptland. Die Tickets dafür besorgen wir uns direkt am Hafen.

Bevor wir jedoch auf Deck gelassen werden, heißt es zuerst einmal: Push the Botton!

Ein Ampelspielchen der Zöllner das sich mittels Zufallsprinzip den größten Pechvogel herauspickt, um ihn danach komplett nackig zu machen.

Fabi; klick; rot! „Alles auspacken!“

Tja, wenn es so etwas wie Spielglück gibt, dann hat Fabi davon nichts abbekommen!

🙂

Das Schiff schaukelt sich seelenruhig durch die Nacht in den erwachenden Hafen von Mazatlan.

Wir rollten von Bord und erkundeten die halbe Stadt, bis wir endlich eine günstige Unterkunft direkt am Meer fanden.

Vielleicht zu günstig; nichts ahnend sitzen Sandra, Basti und Dani im Zimmer als plötzliches Gebrüll die schöne Ruhe zerstört; ein lautes Scheppern; die Tür springt auf, Scherben fliegen herum, Wasser spritzt in einer riesigen Fontäne aus dem Bad und Fabi liegt da, wie ein Mistkäfer auf dem Rücken.

„Ähh,… ich hab nichts gemacht!?!“

Die Reisegruppe zieht weiter. Über Escuinapa und Mobdro Download App Rosamorada rollen die 8 Räder immer Richtung Tepic.

Tag drei; die ersten 51 Km, haben wir locker gerissen; bleiben nur noch 35! Grund zu feiern!

Basti hat heute die Spendierhosen an und lässt zum Mittag eine Platte Ceviche springen (eine Art Fischsalat), wir lassen uns Zeit!

Nach der langen Pause schwingen wir uns wieder auf die Drahtesel um die letzten paar Kilometerchen schnell hinter uns zubringen, doch nix da. Die Straße entschließt sich auf einmal in die Höhe zu schießen und lässt damit unsere Durchschnittsgeschwindigkeit in den Keller fallen. Berg um Berg kämpfen wir uns weiter, die Sonne geht unter, der Standstreifen verschwindet und Tepic ist immer noch 6 Km entfernt; heißt bei unserem momentanen Schnitt, eine knappe Stunde. Nach 1217 Höhenmetern erreichen wir endlich die Stadt. Ziemlich erschöpft begeben wir uns dann noch auf Hotelsuche, eine Herausforderung für sich, denn mit der veränderten Höhenlage scheinen sich auch die Preise für Unterkünfte dahin gehend angepasst zu haben.

Am Ende finden wir doch noch etwas in unserer Preisklasse; …direkt im Rotlichtviertel. Unser „Hotelier“ Charlie und die leicht bekleideten „Empfangsdamen“ sind allerdings sehr nett! Wenn wir etwas brauchen *zwinker, zwinker* sollen wir es nur sagen! *zwinker* 🙂

Nach 2 Tagen Entspannung in Charlies „Puff-Hotel“, setzen wir die Reise fort und kämpfen uns durch den Verkehr aus der Stadt hinaus.

Bevor wir auf den Highway fahren, erscheint plötzlich ein riesiges Verkehrsschild mit Mobdro Kodi einem durchgestrichenen Radfahrer! Hmm. …wir tun natürlich das einzig richtige in dieser Situation,

…Augen zu und durchfahren! 😉

Deutschland vereinigt sich unter einer Brücke! Im Schatten sitzend treffen wir auf Julia und Jörg. Zwei Süddeutsche, die ebenfalls mit ihren Bikes den Weg Richtung Süden suchen. Nach einer Stunde Plausch und E-Mail-Tausch, lassen wir die Beiden jedoch wieder allein, da sie durch momentane gesundheitliche Probleme nicht mit uns mithalten können.

Wir sind kurz vor der Stadt Tequila, als wir mit 2 schwer bewaffneten mexikanischen Polizisten ins Gespräch kommen. Nach anfänglicher Skepsis tauen die Beiden regelrecht auf! In der Wache hätten sie Flaggenpatches für unsere Bikes aus den Hemden erschossener Polizisten und wenn wir wollten, könnten wir auch kurz ihr Gewehr halten!

„Wow danke,… aber besser nicht!“

Zu guter Letzt, erfindet Tapinambur noch das Hitch-Biking 2.0, bei dem man am Berg kurz antreten muss, um sich dann von einem langsam fahrenden Lkw bis an die Spitze des Berges ziehen zu lassen. Könnte das Fahrradleben nicht immer so einfach sein?

🙂

Interview auf mexikanisch

03. bis 17. Maerz 2013

Gesamt Kilometer: 4300 KM
Laengste Strecke: 136,6 KM
Platten Statistik: 19

Unsere Beine fühlten sich schwach, die Motivation stand im Keller, so radelten wir diesen Tag gerade mal 23 km nach Constitucion. Während der Zimmersuche stehen wir ohne es zu wissen vor der Zentrale der Baja-Süd, die Hauptzeitung der Region. Als wir gerade weiter wollen, springt plötzlich eine Tür auf, ein wild mit einer Digitalkamera herumfuchtelnder Journalist stürmt auf uns zu und fragt nach einem Foto von uns und unseren Bikes.

Wir sollen unsere Geschichte erzählen, doch während wir es mit gebrochenem Spanisch versuchen, schießen ihm scheinbar immer wieder andere Dinge in den Kopf, zum Beispiel Wale und wie gerne er sie reiten würde?!?

Hmm, …wir sind gespannt, was das wird! 🙂

Es ist 5:30 Uhr, als wir aus dem Bett steigen; fest entschlossen es in die 209 km entfernte Stadt La Paz zu schaffen.

Noch bevor die Sonne über den Horizont schielt, Pedalen wir bei knackigen 3°C aus der City.

Vorbei an brennenden Autoreifen, die anscheinend als sparsames Insektenschutzmittel für die Felder herhalten sollen und bizarrer weise mit der aufgehenden Sonne ein schönes Bild zaubern, packen wir die 100 Km bis zum Mittag in knapp 4 Stunden.

Anfangs noch zuversichtlich steigen wir nach der Mittagspause wieder auf die Räder, doch etwas ist anders! Die Sonne steht nun senkrecht und ballert mit 47°C auf uns nieder, plötzlich fühlen wir uns wie in einen Backofen gesteckt, aus dem es kein entkommen gibt; auch die Strecke und der Wind spielen nicht mehr mit, die nächsten 2 ½ Stunden sind eine Qual.

Nach 6 ½ Stunden im Sattel sowie 136 Km auf Mobdro Download App der Piste erreichen wir eine kleines Roadhouse in dem wir beschließen zu bleiben. Der Platz ist einfach zu verführerisch als das wir uns noch weiter quälen.

Der Hausherr war freundlich. Er spendierte uns Kaffee und befüllte die mittlerweile leeren Wasserflaschen.

Das Ziel im Blick, der Wind von vorn! Mit voller Kraft stemmt sich Mutter Natur heute gegen uns. So fluchen wir uns, den kochenden Asphalt schon als „normal“ betrachtet, Stück für Stück weiter nach La Paz. Noch 15 Km; Dani, Platten Nummer 17!

„SCH#*ßE!!! WARUM, TUST DU MIR DAS AN?!?!?“ 🙁

Nach einem Siegerfoto sowie einem kleinen Freudentanz am Ortseingangsschild ist alles wieder gut und die Strapazen vergessen, heute gibt es Bier!!! Das Erste, seit dem wir uns vor knapp einem Monat in Ensenada auf Alkohol-Ramadan geeinigt hatten.

„Hey, wie geht’s euch?“

…??? Woher weißt du das wir Deutsche sind?

„Na, aus der Zeitung!“

Hehe ok, das ging schnell! 😀

Frank ist auch aus Berlin und ebenfalls mit dem Rad unterwegs. Unter Genuss von eiskaltem Bier mit Limonen sitzen wir den Abend lange zusammen und erzählen. Als unser neuer Kumpel von Dani dem Platten-King hört, tauschen die Beiden ihre Reifen. Da Frank eh nach Hause muss, hat der Rekordhalter mit den fast neuen Schwalbe Marathon Plus, nun den „Mercedes“ unter den Schlauchschützern.

Danke Frank! 🙂

Mit voranschreitenden Jahren steigt auch die Vergesslichkeit. In diesem Fall vergisst Fabi mal eben, wie alt er geworden ist. Aus tiefsten Herzen versucht er Dani zu überzeugen, dass er schon 28 Jahre auf dem Buckel hat, 5 Minuten später und plötzlich ein Jahr jünger stoßen wir dann doch auf sein siebenundzwanzigsten Geburtstag an.

Alles Gute!

Bekanntschaften kommen und gehen aber die Taco-Lover Charlotte und Linus, mit denen wir Abend für Abend blutige Dominopartien ausgetragen, bleiben uns in guter Erinnerung.

Es ist still geworden in der Stadt, beinah zu still! Nur der Wind pfeift leise Mobdro Kodi durch die Straßen und verbreitet eine unheimliche Stimmung. Wie wir in die Ferne blicken, verdunkelt sich plötzlich der Himmel; eine Staubwolke erscheint am Horizont; tosende Geräusche, Donner, Hufschläge, Geheul und dann, dann stehen sie vor uns,…

„…hallöööchen, grrüßt euch wir sind die Rad-Toreros ausm Schwarzwald“ 😉

Sandra und Basti waren mit ihren Bikes uns immer dicht auf den Fersen, bis es in La Paz endlich zum „meet and great“ kommt.

Zu unserer Freude sind die Beiden fototechnisch bestens ausgestattet und so kommt uns die Idee mit ihrer Hilfe schnell mal nebenbei ein Musikvideo zu unserem in San Diego aufgenommenen Song Daydreaming zu Rekorden. So wird Basti kurzer Hand als Kameramann angagiert und Sandra als unser Topmodel. Profiarbeit, in 3 Stunden inklusive Radtour zum Drehort war alles im Kasten und wir um ein Musikvideo reicher.

Vielen Dank dafür! 🙂