Tepic, entspannte Tage in Charlies „Puff-Hotel“

18. bis 29. Maerz 2013

Gesamtkilometer: 4989 KM
Längste Strecke: 113,8 KM
Plattenstatistik: 21

Rad-Toreros und Tapinambur glücklich vereint.

Mit gemeinsamen Kräften finden wir die Billigfähre von La Paz nach Mazatlan auf das mexikanische Hauptland. Die Tickets dafür besorgen wir uns direkt am Hafen.

Bevor wir jedoch auf Deck gelassen werden, heißt es zuerst einmal: Push the Botton!

Ein Ampelspielchen der Zöllner das sich mittels Zufallsprinzip den größten Pechvogel herauspickt, um ihn danach komplett nackig zu machen.

Fabi; klick; rot! „Alles auspacken!“

Tja, wenn es so etwas wie Spielglück gibt, dann hat Fabi davon nichts abbekommen!

🙂

Das Schiff schaukelt sich seelenruhig durch die Nacht in den erwachenden Hafen von Mazatlan.

Wir rollten von Bord und erkundeten die halbe Stadt, bis wir endlich eine günstige Unterkunft direkt am Meer fanden.

Vielleicht zu günstig; nichts ahnend sitzen Sandra, Basti und Dani im Zimmer als plötzliches Gebrüll die schöne Ruhe zerstört; ein lautes Scheppern; die Tür springt auf, Scherben fliegen herum, Wasser spritzt in einer riesigen Fontäne aus dem Bad und Fabi liegt da, wie ein Mistkäfer auf dem Rücken.

„Ähh,… ich hab nichts gemacht!?!“

Die Reisegruppe zieht weiter. Über Escuinapa und Mobdro Download App Rosamorada rollen die 8 Räder immer Richtung Tepic.

Tag drei; die ersten 51 Km, haben wir locker gerissen; bleiben nur noch 35! Grund zu feiern!

Basti hat heute die Spendierhosen an und lässt zum Mittag eine Platte Ceviche springen (eine Art Fischsalat), wir lassen uns Zeit!

Nach der langen Pause schwingen wir uns wieder auf die Drahtesel um die letzten paar Kilometerchen schnell hinter uns zubringen, doch nix da. Die Straße entschließt sich auf einmal in die Höhe zu schießen und lässt damit unsere Durchschnittsgeschwindigkeit in den Keller fallen. Berg um Berg kämpfen wir uns weiter, die Sonne geht unter, der Standstreifen verschwindet und Tepic ist immer noch 6 Km entfernt; heißt bei unserem momentanen Schnitt, eine knappe Stunde. Nach 1217 Höhenmetern erreichen wir endlich die Stadt. Ziemlich erschöpft begeben wir uns dann noch auf Hotelsuche, eine Herausforderung für sich, denn mit der veränderten Höhenlage scheinen sich auch die Preise für Unterkünfte dahin gehend angepasst zu haben.

Am Ende finden wir doch noch etwas in unserer Preisklasse; …direkt im Rotlichtviertel. Unser „Hotelier“ Charlie und die leicht bekleideten „Empfangsdamen“ sind allerdings sehr nett! Wenn wir etwas brauchen *zwinker, zwinker* sollen wir es nur sagen! *zwinker* 🙂

Nach 2 Tagen Entspannung in Charlies „Puff-Hotel“, setzen wir die Reise fort und kämpfen uns durch den Verkehr aus der Stadt hinaus.

Bevor wir auf den Highway fahren, erscheint plötzlich ein riesiges Verkehrsschild mit Mobdro Kodi einem durchgestrichenen Radfahrer! Hmm. …wir tun natürlich das einzig richtige in dieser Situation,

…Augen zu und durchfahren! 😉

Deutschland vereinigt sich unter einer Brücke! Im Schatten sitzend treffen wir auf Julia und Jörg. Zwei Süddeutsche, die ebenfalls mit ihren Bikes den Weg Richtung Süden suchen. Nach einer Stunde Plausch und E-Mail-Tausch, lassen wir die Beiden jedoch wieder allein, da sie durch momentane gesundheitliche Probleme nicht mit uns mithalten können.

Wir sind kurz vor der Stadt Tequila, als wir mit 2 schwer bewaffneten mexikanischen Polizisten ins Gespräch kommen. Nach anfänglicher Skepsis tauen die Beiden regelrecht auf! In der Wache hätten sie Flaggenpatches für unsere Bikes aus den Hemden erschossener Polizisten und wenn wir wollten, könnten wir auch kurz ihr Gewehr halten!

„Wow danke,… aber besser nicht!“

Zu guter Letzt, erfindet Tapinambur noch das Hitch-Biking 2.0, bei dem man am Berg kurz antreten muss, um sich dann von einem langsam fahrenden Lkw bis an die Spitze des Berges ziehen zu lassen. Könnte das Fahrradleben nicht immer so einfach sein?

🙂

Interview auf mexikanisch

03. bis 17. Maerz 2013

Gesamt Kilometer: 4300 KM
Laengste Strecke: 136,6 KM
Platten Statistik: 19

Unsere Beine fühlten sich schwach, die Motivation stand im Keller, so radelten wir diesen Tag gerade mal 23 km nach Constitucion. Während der Zimmersuche stehen wir ohne es zu wissen vor der Zentrale der Baja-Süd, die Hauptzeitung der Region. Als wir gerade weiter wollen, springt plötzlich eine Tür auf, ein wild mit einer Digitalkamera herumfuchtelnder Journalist stürmt auf uns zu und fragt nach einem Foto von uns und unseren Bikes.

Wir sollen unsere Geschichte erzählen, doch während wir es mit gebrochenem Spanisch versuchen, schießen ihm scheinbar immer wieder andere Dinge in den Kopf, zum Beispiel Wale und wie gerne er sie reiten würde?!?

Hmm, …wir sind gespannt, was das wird! 🙂

Es ist 5:30 Uhr, als wir aus dem Bett steigen; fest entschlossen es in die 209 km entfernte Stadt La Paz zu schaffen.

Noch bevor die Sonne über den Horizont schielt, Pedalen wir bei knackigen 3°C aus der City.

Vorbei an brennenden Autoreifen, die anscheinend als sparsames Insektenschutzmittel für die Felder herhalten sollen und bizarrer weise mit der aufgehenden Sonne ein schönes Bild zaubern, packen wir die 100 Km bis zum Mittag in knapp 4 Stunden.

Anfangs noch zuversichtlich steigen wir nach der Mittagspause wieder auf die Räder, doch etwas ist anders! Die Sonne steht nun senkrecht und ballert mit 47°C auf uns nieder, plötzlich fühlen wir uns wie in einen Backofen gesteckt, aus dem es kein entkommen gibt; auch die Strecke und der Wind spielen nicht mehr mit, die nächsten 2 ½ Stunden sind eine Qual.

Nach 6 ½ Stunden im Sattel sowie 136 Km auf Mobdro Download App der Piste erreichen wir eine kleines Roadhouse in dem wir beschließen zu bleiben. Der Platz ist einfach zu verführerisch als das wir uns noch weiter quälen.

Der Hausherr war freundlich. Er spendierte uns Kaffee und befüllte die mittlerweile leeren Wasserflaschen.

Das Ziel im Blick, der Wind von vorn! Mit voller Kraft stemmt sich Mutter Natur heute gegen uns. So fluchen wir uns, den kochenden Asphalt schon als „normal“ betrachtet, Stück für Stück weiter nach La Paz. Noch 15 Km; Dani, Platten Nummer 17!

„SCH#*ßE!!! WARUM, TUST DU MIR DAS AN?!?!?“ 🙁

Nach einem Siegerfoto sowie einem kleinen Freudentanz am Ortseingangsschild ist alles wieder gut und die Strapazen vergessen, heute gibt es Bier!!! Das Erste, seit dem wir uns vor knapp einem Monat in Ensenada auf Alkohol-Ramadan geeinigt hatten.

„Hey, wie geht’s euch?“

…??? Woher weißt du das wir Deutsche sind?

„Na, aus der Zeitung!“

Hehe ok, das ging schnell! 😀

Frank ist auch aus Berlin und ebenfalls mit dem Rad unterwegs. Unter Genuss von eiskaltem Bier mit Limonen sitzen wir den Abend lange zusammen und erzählen. Als unser neuer Kumpel von Dani dem Platten-King hört, tauschen die Beiden ihre Reifen. Da Frank eh nach Hause muss, hat der Rekordhalter mit den fast neuen Schwalbe Marathon Plus, nun den „Mercedes“ unter den Schlauchschützern.

Danke Frank! 🙂

Mit voranschreitenden Jahren steigt auch die Vergesslichkeit. In diesem Fall vergisst Fabi mal eben, wie alt er geworden ist. Aus tiefsten Herzen versucht er Dani zu überzeugen, dass er schon 28 Jahre auf dem Buckel hat, 5 Minuten später und plötzlich ein Jahr jünger stoßen wir dann doch auf sein siebenundzwanzigsten Geburtstag an.

Alles Gute!

Bekanntschaften kommen und gehen aber die Taco-Lover Charlotte und Linus, mit denen wir Abend für Abend blutige Dominopartien ausgetragen, bleiben uns in guter Erinnerung.

Es ist still geworden in der Stadt, beinah zu still! Nur der Wind pfeift leise Mobdro Kodi durch die Straßen und verbreitet eine unheimliche Stimmung. Wie wir in die Ferne blicken, verdunkelt sich plötzlich der Himmel; eine Staubwolke erscheint am Horizont; tosende Geräusche, Donner, Hufschläge, Geheul und dann, dann stehen sie vor uns,…

„…hallöööchen, grrüßt euch wir sind die Rad-Toreros ausm Schwarzwald“ 😉

Sandra und Basti waren mit ihren Bikes uns immer dicht auf den Fersen, bis es in La Paz endlich zum „meet and great“ kommt.

Zu unserer Freude sind die Beiden fototechnisch bestens ausgestattet und so kommt uns die Idee mit ihrer Hilfe schnell mal nebenbei ein Musikvideo zu unserem in San Diego aufgenommenen Song Daydreaming zu Rekorden. So wird Basti kurzer Hand als Kameramann angagiert und Sandra als unser Topmodel. Profiarbeit, in 3 Stunden inklusive Radtour zum Drehort war alles im Kasten und wir um ein Musikvideo reicher.

Vielen Dank dafür! 🙂

Abenteurer brauchen Abenteuer um Abenteurer zu sein! Abseits des mexikanischen Asphalts.

27. Februar bis 02. Maerz 2013

Gesamt Kilometer:          4090 KM
Laengste Strecke:           46,2 KM
Platten Statistik:                    16

Es ist schon spät als wir uns von Loretto entfernen, den Highway 1 verlassen, und auf die zu den Bergen gerichtete kleine Straße nach San Javier abbiegen. Ein Weg der uns quer durch das Outback bis zum Highway 53  und später, nach Constitucion führen soll.

Es braucht keine 3 Km da müssen wir das erste Mal halten, in Danis Hinterreifen steckt mal wieder ein gewaltiger Dorn. Die Strecke hat es in sich, bei Temperaturen von 39°C und Steigungen von bis zu 20 Prozent schwitzen wir literweise Wasser, auf den 35km machen wir ordentliche 806 Höhenmeter.

Von ein Paar Geiern begleitet, die in 2 leckeren Radlern anscheinend schon ihre nächste Mahlzeit wittern, fühlen wir uns bald wie in Karl Mays Winnetou versetzt. Ringsherum sind hohe, rot-schorfige Felsen; trockene, Kakteen gesäumte Flächen und ein Goldgräberfluss, der sich durch tiefe Schluchten schlängelt.

San Javier erscheint surreal, da der blumenreiche, kolonialistische Hauptplatz an dessen Ende die zweitälteste Kirche Baja Californiens steht, einen krassen Kontrast mit der zuvor durchquerten Landschaft bildet.

Verfolgt von mehreren Hunden und lachenden Kindern, rollen wir langsam die mit Orangenbäumen verzierte Pflastersteinstraße entlang, während uns der sichtlich gelangweilte, in seinem Stuhl zurückgelehnte Dorfsheriff vor seiner heruntergekommenen Polizeistation argwöhnisch beäugt. Direkt neben dem Revier steht sein Polizeiwagen; Plattfuß!

“Allzeit bereit“!  🙂

Im Kulturzentrum des Dorfes lernen wir einen netten älteren Herrn kennen, der uns in seinem Garten kampieren lässt und unsere Wasserflaschen für den Weg durch die Wüste füllt.

Mit einem letzten Blick auf die sanft in Morgenlicht getauchte Stadt, verlassen wir endgültig die asphaltierten Straßen und holpern nun über die grobsteinigen Schotterpisten der Wildwestern Landschaft, die erste Belastungsprobe für die bisher unanfälligen Kogabikes.

Die Sonne knallt erbarmungslos auf uns herab und durch das viele Gestucker sowie die mit Wasser schwer beladenen Räder kommen wir nur langsam voran. Schultern, Nacken sowie die Hände brennen, schmerzen mit der Zeit.

Immer wieder durchqueren wir kleine oder größere Flussbetten wodurch wir erst nasse Füße bekommen und dann im feinstaubigen Sand quasi gefedert werden.

„KLIP KLAP, KLIP KLAP“

…ein einsamer Cowboy kreuzt unseren Weg, nach einem freundlichen „Buenos Dias“ bleibt er stehen und schaut uns ungläubig hinterher.

„Verrückte Gringos“!!!

Nach 4 Stunden im Sattel und einem Schnitt von 10,9 km/h haben wir genug, wir finden eine kleine Farm, von der aus, durch hohes Gestrüpp eine wunderschöne Lagune zu erkennen ist.

Auf Anfrage lässt uns die freundliche, greise Besitzerin direkt am Wasser zelten.

Überschwänglich stürzen wir unsere verschwitzten, ausgelaugten Körper in die willkommene Abkühlung währenddessen wir ein Panorama bekommen, das alle Anstrengungen zuvor vergessen lässt. In diesem Moment, kann das Leben nicht schöner sein!

Als wir das Abendessen bereiten, taucht auf einmal der über beide Wangen strahlende, klein geratene Hektor aus einem Busch auf und begrüßt uns mit offenen Armen.

Sichtlich begeistert über die hochgewachsenen Fremden, scheint der ältere Herr seine Freude über unseren Besuch kaum verstecken zu können, immer wieder klopft er uns zustimmend mit einem lachen auf die Schultern.

Während die Nacht den Tag verdrängt, sitzen wir zusammen am Lagerfeuer, trinken Tee und erklären einander durch zusammengewürfelten Wortfetzen, die verschiedenen Welten in denen wir leben.

Zum Frühstück entsprang Hektor wieder dem Busch, er wolle uns sein Haus zeigen.

Die Räder fertig gepackt, standen wir nun vor einer halb eingefallenen Bretterbude, deren Seitenwände mit alten Stofffetzen behangen waren und deren Vordach sich irgendwann einmal der zerstörerischen Kraft eines Sturmes beugen musste.

Nachdem wir mit eingezogenem Kopf durch die Türschwelle treten, präsentiert uns Hektor voller Stolz sein Eigenheim.

Kleine Lichtstrahlen schießen an mehreren Stellen durch die Decke; in der Ecke stapeln sich mit Saatgut gefüllte Kartons; ein Betonfleck, auf dem ein Fass Wasser steht deutet die Dusche an und in dem aus altem Kakteenholz hoch gebauten Bett schlummert seine Katze und Beste Freundin Ginger.

Als er in einer großen Kiste kramt kommen wahre Schätze zum Vorschein;

Antike Pfeilspitzen früherer Ureinwohner, bunte Steine sowie Kristalle und ein Fläschchen reines Eisenpulver, das er mit einem Magnet sammelt.

Wir Fragen, ob er glücklich ist wie er lebt. Hektor antwortet, ohne zu zögern „JA“!

Wir verabschieden uns liebevoll und brechen auf, der Weg ändert sich, es wird zunehmend schwerer voranzukommen, da der Sand immer weicher wird.

Ein Pärchen auf einem Motorrad kommt vorbei;

„Jungs was macht ihr hier? Wir verfolgen eure Spuren schon den ganzen Tag und fragen uns wer hier mit Fahrrad durchfährt!“

„Tja, das sind dann wohl wir!“ 🙂

Noch 6 Km, völlig im Arsch sitzen wir unter einem kleinen Busch der gerade so viel Schatten bietet, dass unsere Köpfe darunter passen. Die letzten 8 km schoben wir die Tapi-Räder schweißtriefend durch den kochend heißen Wüstensand, darauf hoffend von der nächsten Anhöhe den Highway sehen zu können, doch wir entdecken NICHTS, nichts außer dieser endlosen Weite in die wir mit Anlauf hineingeritten sind.

Die Stimmung ist eher tragisch-komisch, als plötzlich ein Brummen in der Ferne auftaucht; ein Pickup!

„Holla Amigos, wollt Ihr mit?“

Es sind nur noch 5 Km die wir locker in 1 ½ bis 2 Stunden fertig schieben könnten, aber…

„JAAA, NEHMT UNS MIT!!!“

Danke!  🙂

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Mit mexikanischen Bohnen radelt es sich schneller!

13. bis 26. Februar 2013

Gesamt Kilometer:          3924 KM
Laengste Strecke:           76,4 KM
Platten Statistik:                    15

Eine Oase erscheint aus der kargen Landschaft Baja Californias, das Palmen umringte Wasserloch in San Ignacio ist nach Tagen der Dürre ein echter Segen für die 3 Wüstenreiter auf Drahtkamelen.

Wir finden ein Campingplatz direkt am See in dem wir planschen wie Kleinkinder im Minipool. Am Feuer sitzend, erzählen wir uns mit Paul Geschichten bis spät in die Nacht und planen für den nächsten Tag.

Über Santa Rosalia kommen wir nach Mulegé, unser Kanadier kannte hier jemanden der ihm 2 Wochen zuvor einen Schlafplatz zusicherte und so landeten wir alle 3 bei dem gut betuchten Amerikaner Rob, der uns einen Platz in seinem noch nicht eröffneten Restaurant gab.

Der frühere Bodybuilder ist nett, er zeigt uns seine Häuser und lädt uns am Abend zu frittierten Fisch ein …jedoch zahlen wir das teure Öl für die Fritteuse. Die Konversation sind lustig, noch nie haben wir jemanden so oft „F.c.k.“ sagen hören wie ihn. Am nächsten Morgen wollen unseren Gastgeber beim Sparfischen begleiten. Nach dem er uns ausgestattet hatte, genießen wir alle, wie Paul sich der Herausforderung stellt, seinen massigen Körper in einen für ihn viel zu kleinen Neoprenanzug zu quetschen, ein schönes Schauspiel. 🙂

Schlitzohr Rob weiß, wie man es macht, bevor es losgeht, sollen wir noch schnell Benzin für das Boot holen, … „langsam werden seinen Einladungen teuer“! 🙂

Trotz eiskaltem Wasser lohnt sich der Trip, Rob schießt einen Oktopus und wir sehen Delfine, bunte Fische und Pelikane, eine willkommene Abwechslung zum sonstigen Fahrradleben.

Der Weg nach Loretto ist mühsam, doch die traumhafte Küstenlandschaft entschädigt für die Strapazen. Hinter jeder Kurve erscheint eine neue atemberaubende Bucht mit Palmen, türkisfarbenen Wasser und strahlend weißen Sand.

Durch die vielen Anstiege verlieren wir Paul aus den Augen, mit seinem Hänger muss er zu oft absteigen. Als Er nach einer halben Stunde Mittagspause immer noch nicht zu sehen ist, fangen wir an uns Gedanken zu machen, …doch es hilft nichts, wir müssen weiter.

Die Bohnen vom Vortag scheinen Fabi heute ordentlich Probleme zu machen, jedenfalls verpestet er mit übel riechenden Gasen seine nähere Umgebung bis, …

„DANI, HOL DAS KLOPAPIER RAUS!“

„ Ja …warte, hmm …wo hab ich das nur hingetan?“ 🙂

„SOFORT!“

Kurz darauf sah man den Luftverpester, nur noch mit der Rolle in der Hand, im Zickzack um die Kakteen rennend, hinter einen großen Strauch verschwinden.

Tja mexikanische Bohnen haben Feuer, hehe!

Ein Stück weit von der Straße, versteckten wir unser Zelt diesmal zwischen riesigen Dornengewächsen und hinterließen für Paul ein Zeichen, in der Hoffnung das Er noch kommen würde. Er kam nicht!

Als wir gegen Mittag des nächsten Tages in Loretto einreiten erklärt sich auch warum, …von der gegenüberliegenden Straßenseite kommt plötzlich ein kräftiges „YEAH GUYS“.

Paul erklärte, dass sein Trailer diesmal komplett zusammengebrochen sei, er dadurch per Anhalter in die Stadt kam und das er unser Zeichen entdeckte, aber der Fahrer nicht stoppen wollte.

Wer als Radler in Loretto vorbeikommt, sollte auf jeden fall „Manny“ besuchen, der Mac Guyver unter den Fahrradmechanikern! Er und Paul bauen 2 Tage an seinem Trailer und das zu einem spöttischen Preis. Auch wir können sein Material benutzen, wir erweitern unsere Felgen und machen aus französischen, platz für Autoventile.

Scheinbar verträgt Fabi die Bohnen nicht, mit Bauchweh und Schüttelfrost liegt er bei 37°C in seinem Thermoschlafsack und friert, somit trennt sich auch Paul von uns, da ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, um sein Ziel in Guatemala zu erreichen.

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Pantomime-Spiel in Mexiko

31. Januar bis 12. Februar 2013

Gesamt Kilometer:          3477 KM
Laengste Strecke:           77,4 KM
Platten Statistik:                    8

Irgendwo in Mexiko,… nicht ganz. Wir sind auf der Landzunge Baja California die sich im Nord-Westen des Tequila-Landes befindet. Um eine Kurzbeschreibung über die Gegend zu geben reichen eigentlich 2 Worte: Staub und Kakteen und beides reichlich. In Amerika meinte Jemand zu uns, „ihr wollt nach Baha? Dann nehmt euch mal ordentlich Flickzeug mit“! Aus heutiger Sicht würden wir sagen das war noch untertrieben, denn unsere 3 1/2 Packungen reichten geradeso bis zur Hälfte wobei Dani sich den Titlel des „Flicken-Königs“ regelrecht hart erarbeitete.

 „Hallo, ähh… suchen Platz,…ähh… Camping? hier wir dürfen?“

In der Mimik des uns Gegenüber lassen sich deutliche Fragezeichen ablesen!

Unserem Spanisch scheint wohl doch noch die nötige Praxiserfahrung zu fehlen, also schwenken wir um und probieren in klassischer Scharade-Manier mit Händen wie Füßen darzustellen was wir eigentlich von ihm wollen! Als nach 5 Minuten Pantomime-Spiel immer noch kein Zeichen der Erleuchtung zu erkennen ist, brechen wir ab und lassen ein nun noch mehr verwirrten Mexikaner mit einem freundlichen „Adios“ wieder mit sich allein.Wenig später findet sich dann jedoch auch ohne Auskunft eine Übernachtungsgelegenheit.

Die Hähne auf dem Campingplatz bei Santo Tomas wecken uns in aller früh. Aus dem Schlaf gerissen öffnen wir erst ein Auge, dann das Andere. Ohne Zelt, liegen wir eingerollt wie 2 Burritos in unseren Schlafsäcken und schauen zu wie die Sonne langsam über die Wipfel der Bäume blinzelt.

Als die auf uns wie gesprenkelten Tautropfen von den wärmenden Lichtstrahlen erfasst werden, verwandeln sie sich vor unseren Augen zu kleinen Rauchschwaden die sich ganz langsam in Richtung Himmel verflüchtigen. Theaterreif, und wir sitzen in der ersten reihe! 🙂

El Rosario ist so ziemlich der letzte Flecken Zivilisation nachdem ein Schild darauf verweist das man für die nächsten 318km nicht mehr viel erwarten kann. Wie der glückliche Zufall so will, treffen wir auf Daniel und Bill, zwei Biker im Rentenalter mit denen wir uns so gut verstehen, dass sie uns bevor es ins „Outback“ geht, beiden eine Henkersmahlzeit spendieren.

Die Baha zeigt sich als ein Ort der Extreme, nachts ist es so kalt das wir am Morgen Eis lutschen statt Wasser trinken und am Tage ist es so heiß das die Sonne die Hirnflüssigkeit unter der Haube zum kochen bringt.

„Ey man, you got a Peso?“

Eine echte Berühmtheit steht vor uns, dieser Typ ist jedoch nicht berühmt weil er J.D. Rockefeller seinen Namen abgekauft hat und nur er sich jetzt so nennen darf oder weil er Mc Donalds, Walmart, Rollschuhe, Bleistiftanspitzer, das Duncon Yo-Yo sowie den Hula-Hoop erfunden hat. Auch das er Songs für die Beach Boys, Michel Jackson oder die Beatles geschrieben hat, Häuser in Brazilen, Hong Kong, in der Schweiz als auch in den USA besitzt und ein Freund von Bruce Lee, Madonna und Mike Jaga ist macht ihn nicht so besonders! Sondern das „Mr. Got A Peso“ wie die Einwohner des Wüstendorfs Catavinia ihn nennen, schon seit 15 Jahren am örtlichen Minimarkt steht, jeden nach einem Peso fragt und nebenbei den Unwissenden hartnäckig seine Lebensgeschichte erzählt, die noch weit aus mehr zu bieten hat als die bereits erwähnten „kleinen“ Ausschnitte.

Als hätten wir nicht schon genug Prominenz für einen Tag getroffen, teilen wir die Nacht unser Zimmer mit dem Schauspieler Adam Karst, der mit seinem Motorrad ziemlich verfroren in Catavinia ankommt. Doch die „Die Tapi-Engel auf Wohlstandstour“ zögern nicht lange und treiben dem fröstelnden Adam mit heißen Tee und einer warmen Mahlzeit die Wärme zurück in den Körper.  🙂

Guerro Negro ist wie ein Hafen für uns, als währen wir 2 Seefahrer, die wochenlang über die Meere der Welt schipperten und nun ausgehungert und verdreckt wieder Land unter die Beine bekommen. Während wir uns um eine Bleibe für die nächsten Tage bemühen, brüllt plötzlich eine etwas überschwänglich, kräftige Stimme aus einigen Metern Entfernung zu uns rüber.

„Heyyy,… sprecht ihr Englisch? Ihr seit doch die Deutschen oder? Endlich hab ich Euch gefunden!“

Ein Baum von einem Kerl mit zum Zopf gebundenen Dreadlocks und einem Bart wie Rubeus Hagrid (aus Harry Potter) persönlich steht nun direkt vor uns. Paul erklärt, dass er uns schon seit Ensenada verfolgt, da er aber Probleme mit seinem Fahrrad hatte, nahm er einen kleinen Lift und war dadurch vor uns in der Stadt. Wir verstehen uns super mit dem Kanadier, der mit seinen 24 Jahren 3 Sprachen spricht und seinen Lebensunterhalt damit verdient, sich in der Wildnis des Bären-Landes mit einem Helikopter aussetzen zu lassen, um dort Bäume zu pflanzen.

Da Paul mindestens genauso viele Geschichten auf Lager hat wie wir radeln wir von nun an zu dritt durch die atemberaubende Wüstenlandschaft.

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