Mit der Kotztüte im indonesischen Kuschelflashmob

13. Oktober – 15. Oktober 2011

Fahrt von Sibolga nach Padang Sidempuan.

Bevor es los ging verwickelten wir uns in einen kleinen Streit mit ein paar Busfahrern, sie wollten uns mehr zahlen lassen als normal, da wir Touriste­­­­n wären. Doch wir kannten die richtigen Preise und wollten das gleich zahlen wie alle Anderen!!! Nach 5min herum wirren begegnetem wir einem Indonesier (mit den richtigen Preisen) der uns zwei Lokal-Ticket’s verkaufte.

4 Stunden in einer halb verrotteten Sauna auf 4 Rädern, die sich auf Indonesisch „Minibus“ nennt, machte anfangs doch noch einen sehr komfortablen Eindruck…Platz genug für zwei ausgewachsene Europäer.

Entlang kleiner Dörfer stiegen immer wieder Menschen ein und aus, so dass die zweier Vorderbank von 5 Personen missbraucht wurde, kleine Kinder von Hand zu Hand am Minibushimmel entlang glitten bis sie unseren Schoss erreichten und eine Frau mit ein paar Hühnern undenkbar, auch noch ein Platz in der „kleinen“ Passagierkabine fand.

Das gezählte top Limit, 13 Indonesier (die Hälfte Raucher), ein Baby, ein paar Hühner, Tapinambur plus zwei Rucksäcke und 6 stinkende Wannen voll mit Fisch auf einer Schlängelstraße die von den Löchern dem Schweizerkäse Konkurrenz machen konnte!! Kontaktsuche, Null Problemo….

Ein Sonnenstrahl dringt durch den stark versmogten Himmel als wir aus unserm Gefährt steigen. Einen tiefen Atemzug traute sich keiner von uns zu nehmen.

Padang Sidempuan hatte wohl länger keine Touristen mehr gesehen, so waren wir mal wieder Stadtgespräch Nummer 1 als wir über den halb zerbombt aussehenden Markt schlenderten.

In der Nacht hatten wir ein wenig Angst dass der Schimmel an der Decke uns auffrisst, aber dafür brachte uns der Hotelpage früh um 6 Uhr Tee und Gebäck aufs Zimmer und fragte ob wir eine Massage bräuchten *zwinker, zwinker*?

Das Anklopfen kennt der Indonesier nicht, so stand der Page quasi vor Dani´s Bett als er die Augen öffnete, Fabi hingegen störte das nicht weiter er drehte sich einfach um und schlief weiter.

Obwohl wir eigentlich keine Mammut-touren machen wollten, blieb uns zeitlich gesehen diesmal nichts anderes übrig.

Also entschieden wir uns ein Busticket nach Bandar Lampung zu Kaufen (ca. 22€ p.P).

38 Stunden Hölle, eine Busfahrt die nie enden wollte!

Wir sind ja nun schon einiges gewöhnt aber die Tour hat die Spitze des Berges noch einmal getoppt…

Da rauchen unter Indonesiern Volkssport ist, wird auch im Bus fleißig weiter trainiert und so sahen wir teilweise unsere Hände nicht vor Augen. Zugute kamen uns nur die zahlreichen Pausen die wir an den Moscheen machten da der Moslem 5 Mal am Tag beten geht.

Als nach 6 Stunden Fahrt der Busfahrer die Gepäckfächer auf machte, bestaunten wir ca. 30-40 kunterbunt gefärbte Küken die wie wild durcheinander rannten da sie es irgendwie geschafft hatten sich aus ihrer Kiste zu befreien und dabei Fabi´s Rucksack von oben bis unten zu schissen.

Nach 10 Stunden wussten wir schon nicht mehr wohin mit unseren Beinen da Standartgrößen hier scheinbar in Indonesier-Maß gemessen werden.

4 Stunden später streikte der Motor und nach 15 Stunden fing Fabi an zu kotzen, wahrscheinlich von dem „Tee-Susu“ (Tee mit süßer Milch) den er an einer Raststelle getrunken hatte. Glücklicherweise hatte er eine Tüte parat. Pech nur das die Tüte Löcher hatte und Dani am Fenster saß, also versuchte Fabi die Mischung mit möglichst geringem Verlusten über ihn aus dem Fenster zu schmeißen so dass die Reste nur von außen an den hinteren Scheiben kleben blieb.

Am Morgen luden wir einen Motorroller auf das Dach(!!!) des Busses und der 2. Busfahrer verteilte Plastikhocker im Gang, so dass die immer noch einsteigen Fahrgäste nicht aufeinandersitzen mussten.

Merke: zu voll gibt es nicht, somit hatten wir in unserem Busticket den Kuschelflashmop inklusive bei angenehmem 35C°.

27 Stunden Fahrt, ein indonesischer Kopf schläft auf Dani´s Schulter. 28 Stunden, der Indonesier liegt jetzt mit seinem ¾ Körper unter unseren Sitzen und in unserem Fußraum. In den letzten 10 Stunden beruhigte sich Fabi´s Magen wieder, die restlichen Freiflächen im Bus wurden gefüllt und die Indonesische Volksmusik die die komplette Tour vor sich hin dudelte nochmal voll aufgedreht, bis wir um 5.30 Uhr müde und ausgelaugt „Bandar Lampung“ erreichten.

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Schiffchen zählen mit Andy in Lake Toba

6. Oktober – 16. Oktober 2011

Gegen späten Abend erreichten wir den See „Lake Toba“ wo uns eine Fähre auf die Insel „Samosir“  brachte. Während der Überfahrt erzählte uns Ammet, der mit einem Maschinengewehr bewaffnet war, was es alles zu erleben gibt. Diese Nacht verbrachten wir noch in Tomok und freundeten uns mit einer Gruppe Einheimischer an die uns die nächsten Stunden in Fischerkor-Manier bespaßten.

Am Morgen wechselten wir dann aber die Unterkunft in das Dörfchen Tuk Tuk zu „Merlins-Bungalows“, wo ein schönes Häuschen mit Garten und Seeblick für gerade mal 4€ am Tag unser Bude war.

Die Gegend ist der Hammer, man kommt sich vor wie am Gardasee, nur mit Palmen. Die Temperaturen sind sehr angenehm und das Panorama kann nicht besser sein, da der See und die Insel von Bergzügen umringt sind.

Auf einen dieser Berge mussten wir unbedingt hoch, so kämpften wir uns querfeldein durch die Botanik auf Wegen die bestimmt kein Tourist vorher gesehen hat, um dafür mit einer sagenhaften Aussicht belohnt zu werden.

Bei der Erkundung des Örtchens treffen wir zufällig das Holländische Pärchen aus Medan wieder. Sie fragten ob wir schon die „Magic Mushrooms“ probiert hätten die hier Legal verkauft werden und das wir die doch unbedingt probieren sollten.

Noch nicht!

Auf dem Rückweg erkannten wir dann aber immer mehr Schilder mit dem Aufdruck „here, fresh Magic-Mushrooms“.

Wo wenn nicht hier! Wir kauften für Jeden eine Tüte, der Restaurantbesitzer flitzte in seinen Garten und kam mit 2 Handvoll, frischen, etwas sandigen Pilzen und einem dicken grinsen zurück.

Da wir nicht wussten wie die Dinger wirkten, zogen wir uns in unseren Garten zurück und warteten…Nüscht!

Erst nach ca. einer Stunde bemerkten wir den erheiternden Effekt, der dann aber auch 5 Stunden anhielt. Für die die es nicht wissen, es fühlt sich an wie ein bisschen zu tief ins Glas geschaut zu haben, nur das man noch Kontrolle über sich hat und es einem nicht den Magen verdreht. Auch einen Kater gab es nicht, nur haben wir so gut geschlafen dass wir das Erdbeben das hier zu spüren war, nicht annähernd bemerkten.

Beim Allabendlich Kokos-Curry mit Hähnchen, treffen wir auf Andy aus der Schweiz , der schon 3 Wochen hier verbrachte, noch 2 weitere bleiben wollte und eigentlich nur für 6 Tage geplant hatte.

Die Zeit sei zu schnell vergangen! Da es jedoch nicht so viel zu erleben gab, konnten wir das überhaupt   nicht verstehen!!!

Für uns reichen 2-3 Tage aus, dann geht es weiter….. dachten wir.

Am Ende waren es 10 Tage in denen wir mit Andy Schiffchen zählten die bei uns vorbei fuhren.

Entspannung pur!

Erst als mehrere Schulklassen auf Exkursion, bewaffnet mit Notizbüchern, Kugelschreibern und auf der Jagd nach lebenden Touristen, die Insel stuermten um ihre Englischkenntnisse zu erweitern wussten wir, es ist Zeit zu Gehen!!

Rausgerissen aus dieser anderen Welt, verließen wir Tuk Tuk in die Stadt Sibolga die außer dem wunderschönen Panorama das man bekommt wenn man von den Bergen,  bei Sonnenuntergang in die Stadt sieht, nicht viel zu bieten hat.

Eine Nacht dann ging es weiter.

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