Panama: wer pinkeln muss, macht über Bord!

2. September bis 2. Oktober 2013

Gesamtkilometer:          9182 KM
Längste Strecke:             168 KM
Plattenstatistik:                    33

Hier stehen wir also im theoretischen Niemandsland. Von Costa Rica ausgestempelt, am Ende einer langen bürokratischen Schlange von Leuten, die das gleiche Ziel haben, Panama.

Um einreisen zu dürfen, benötigt man zwei Dinge: 500 Dollar in bar und ein Ausreiseticket, das beweist, dass man das Land auch wieder verlässt.

Wir hatten weder/noch, doch ließen es darauf ankommen. Statt dem Verlangten reichen wir unsere Tapi-Visitenkarte ein und erklären, auf inzwischen besser gewordenem Spanisch, was wir vorhaben.

Skeptisch nimmt der etwas mürrische Grenzbeamte das bedruckte Papier.

Ein Blick auf die Karte, ein Blick zu uns, ein Blick auf die Karte, ein Blick zu uns, ein Blick auf die Karte, dann zu seinen Kollegen; …Karte weiterreichen; …*brubel, brubel*; lautes Gelächter; …klack, klack; …“bienvenidos en Panama” (Willkommen in Panama)!

So einfach geht das! 😉

Es dämmert schon als wir uns entschließen doch noch aus dem Grenzort zu verschwinden. Einladend sieht anders aus. Wenig später sieht man zwei schwache Lichtlein am Straßenrand wie Glühwürmchen durch die Nacht wuseln, stets bemüht sich nicht gegenseitig über den Haufen zu fahren. Nach 1 1/2 Stunden durch die Finsternis erreichen wir schließlich die Stadt la Conception, und enden kurz darauf mit je einem Bier auf dem Bordstein sitzend. Es ist schon spät und immer noch wissen wir nicht wohin. Die Zimmerpreise hier schocken uns gewaltig, 40$ liegen weit über unserem Budget. Doch wie so häufig wendet sich das Blatt schließlich. Wir bekommen einen Tipp es bei den Bomberos (der Feuerwehr) zu versuchen.

Wenn ihr nett fragt, nehmen sie Euch bestimmt auf!”

Neben großen Rollen von Schläuchen, einigen verrußten Schutzmänteln und vor einem roten Feuerwehrauto breiten wir schließlich unsere Schlafmatten für die Nacht aus. Wir dürfen eine Dusche nehmen und erzählen dann im Tausch für den Schlafplatz, der sichtlich interessierten Meute aus Feuerwehrmännern unsere Geschichte. Ein langer Tag geht zu Ende.

Entlang der Panamerikaner kommen wir gut voran, Tag für Tag machen wir jetzt mindestens 100 Km, nicht zu Letzt bedingt durch die mangelnden Schlafgelegenheiten. Bei San Felix finden wir erst nach langem Suchen einen Schlafplatz unter der Terrasse eines verlassenen Restaurants, wo wir uns vor dem kommenden Regen in Sicherheit bringen.

Noch 280 Kilometer bis Panama Stadt. Beschwingt von den fahrradintensiven Tagen, nehmen wir uns vor, die 200 Kilometermarke endlich zu schaffen. Es läuft super, die ersten 100 Km nach Peronome machen wir sogar in 4 Stunden. Nach einem ordentlichen Mittagessen geht es weiter. Doch die Beine merken wir jetzt und auch die Strecke spielt nun leider nicht mehr ganz mit, es ist jetzt ganz schön hüglig. 160 Km; die Sonne verlässt gerade den Himmel, als die eben noch eingeredete Zuversicht plötzlich der harten Realität weicht. Ein fetter Nagel in Fabis Hinterrad zwingt uns zum Halten und der dabei entdeckte doppelte Speichenbruch erklärt nun auch die komischen Geräusche der letzten Minuten.

Das Loch geflickt, die Taschen zurück aufs Rad und schon ist der Reifen wieder platt! Dani sauer über die Situation, Fabi nah der Verzweiflung. Als auch das dritte Loch verarztet ist, fahren wir noch 8 Kilometer in die Stadt Chame und machen Abendessen. Abgekämpft entschließen wir, hierzubleiben. Die Speichen müssen repariert werden und so richtig Lust weiter durch die Dunkelheit zu eiern, hat von uns beiden auch keiner mehr. Nach 168 Km im Sattel steuern wir nur noch Richtung Bett.

Über die “Puente de las Americas” (Brücke der Amerikas) rollen wir bei strahlendem Sonnenschein in Panama Stadt ein, lassen uns im Lunas Hostel nieder und feiern mit ein paar Bierchen unsere Ankunft in der Hauptstadt.

Nach langer Zeit treffen wir auch wieder auf einige Backpacker, eine schöne Abwechslung.

Auf der Straße lernen wir Adam kennen. Der dreißigjährige Neuseeländer ist durch Fabis großes Objektiv auf uns aufmerksam geworden. Er betreibt hier ein Veranstaltungsunternehmen für die San Blas Inseln und möchte seine Tour gerne promoten. Als wir ihm ein paar unserer Filme zeigen, ist er begeistert! Schließlich engagiert er uns 2 Tage, um ein kleines Werbevideo für seine Tour zu drehen. Das neue Tapi-Business läuft, und spricht sich herum! Auch Stephanie, die Segelboottouren anbietet, kommt auf uns zu. Sie hätte gerne ein paar Fotos um ihre Boote und Kapitäne vorzustellen.

Vom Hobbyknipser zum Profifotografen. 😉

Früh um 5, ein großer, weißer Landrover hält vor dem Lunas Hostel um die Tapis und den Rest der Reisegruppe abzuholen und zu den Booten zu bringen die uns später auf die auf die San Blas Inseln überschippern. Nach 2 Stunden über teils achterbahnähnliche Straßen tauschen wir den 4×4 gegen eine motorisierte Nussschale in der zeitnah nach dem Ablegen auch schon das “traditionelle Tourfrühstück” serviert wird. Eine 1,5-Liter-Flasche “Abuelo Rum” gepaart mit dem ein oder anderen Dosenbier. Heiter geht es weiter! 😉

Was für ein Job! Während wir versuchen, die Szenarien so professionell wie möglich auf Film zu bannen, geben sich die hübschen Tour-Begleiterinnen alle Mühe, uns die braune Wundermedizin gegen Müdigkeit und schlechte Laune, von oben in den Mund zu träufeln. 🙂

Strahlend weißer Strand, kristallklares türkisfarbenes Wasser und Kokospalmen, die für Schatten sorgen, endlich sind wir angekommen, für lau im Paradies. Auch der Film dreht sich fast von allein, wir gehen tauchen, spielen Volleyball oder entspannen einfach mit einem Bierchen in der Sonne. Hier, und da noch die Kameras draufhalten, fertig. Einen schöneren Arbeitsplatz kann man sich nicht vorstellen.

Die Nacht verbringen wir auf der Hauptinsel, in Kuna Village wo wir am nächsten Morgen eine Führung über die Insel, sowie ein Einblick über die Lebensweise und Kultur der Kunas bekommen.

Nachmittag, auf einer weiteren Trauminsel von San Blas. Wir treffen Steph wieder, die mit einem Wassertaxi hier ist, um uns zu unserem nächsten Job zu bringen.

Vorbei an zahlreichen kleinen wie größeren Landmassen gelangen wir schließlich zu einer Kolonie aus Segelbooten, die etwas abgelegen zwischen 2 kleinen Inseln vor Anker liegen.

Wir lernen unter anderem Gabriell und Ornella kennen. Mit dem superrelaxten Brasilianer und der temperamentvollen, hübschen Italienerin verbringen wir die nächsten Tage auf und unter Deck. 2 Jahre haben sie diesen Ort kaum verlassen, fern ab der Zivilisation, ein leben wie Robinson Crusoe. Neben unserer Hauptaufgabe die verschiedenen Boote zu fotografieren, haben wir auch viel Zeit für uns. Ornella zeigt uns das Apnoetauchen auf unter 7 Meter (tauchen, nur mit der eigenen Luft) und Gabriell, geht mit uns Harpunieren. 2 dicke, frische Fische gibt es diesen Abend zu essen.

Wer pinkeln muss, macht über Bord, wer sich dreckig fühlt, springt ins Meer, abgeduscht wird nicht, denn Süßwasser ist Rah. Sie warten auf Regen. Auch an die kleinen Essensrationen müssen wir uns erst noch gewöhnen, unser Radlermagen hat Hunger.

Diese Lebensweise ist so anders, aber es macht Spaß nur an heute zu denken, die Sonne geht auf, die Sonne geht unter.

Nach 5 Tagen auf See treten wir den Heimweg an. Glücklich, trotz nun auftretender Landkrankheit, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben; ausgelaugt, obgleich entspannte Tage hinter uns liegen und dankbar, für die Erfahrung, auch wenn wir gemerkt haben, dass dieser Lebensstiel auf Dauer nichts für uns ist, am Schluss bekam uns leicht das Gefühl gefangen zu sein, gefangen im Paradies.

Zurück in Panama erwartet uns noch eine kleine Überraschung, unsere Freunde die Rad-Toreros sind ebenfalls in der Stadt. 5 Monate ist es her als wir uns in Mexiko getrennt haben, heute dürfen wir noch mal zusammen lachen, feiern und bis spät in die Nacht, Geschichten austauschen, die jede weitere Form von Unterhaltung unnütz erscheinen lassen.

Zur Gallery hier

Ab nach Hause

Die Reise sollte hier in Sued Amerika eigentlich enden, aber einfach nach Hause fliegen konnten wir uns nicht vorstellen! Eine Weltreise ohne wenigstens auf jeden Kontinent ein Fussabdruck hinterlassen zu haben geht auch nicht!! Also hauen die Tapi’s nach Sued Afrika um von dort aus in die gute alte Heimat zureuck zu radeln. 🙂

Danke an alle aus der Heimat die uns bis hier her unterstuetzt haben, danke an all die uns auf dem Weg eine Hand reichten und ein grosses DANKE SCHOEN an die Welt mit ihren wunderbaren Menschen. 🙂

Guatemala; mit Lichtgeschwindigkeit ins „Tapi-Buch der Rekorde“!

12. Juni bis 5. August 2013

Gesamtkilometer:            7358 KM
Längste Strecke:              87,3 KM
Plattenstatistik:                    26

Punta Gorda; die letzte Stadt bevor wir Belize über den Wasserweg verlassen. Die Tickets in der Hand, der Reisepass bereits abgestempelt, suchen wir im Hafen vergeblich nach der Fähre, die uns wieder nach Guatemala bringen soll. Alles was wir sehen, ist eine kleine PS-starke Nussschale mit ein paar zusammengezimmerten Holzbänken. Wir ahnen Schlimmes!

Wenig später hüpfen wir mit vollspeed von einer Welle zur nächsten, sodass es jedes Mal einen erschütternden Schlag gab. Als wir nach eineinhalb Stunden Belastungsprobe für die Bikes und unseren Rücken endlich in Porto Barrios ankommen, hatte es Fabis Pedale quasi aus der Fassung gehauen. Zur Krönung kommt dann noch der Kapitän auf uns zu und fordert einen Aufschlag für den Transport der Fahrräder.

– Fabi stinke sauer:

Nee man dit musste mal vorher sagen! Außerdem is meine Pedale im Arsch! Nüscht kriegste, und damit basta!“

– Das sagte zumindestens die berliner Schnauze, die in seinem Inneren brodelte. Das Ergebnis blieb allerdings das Selbe. 🙂

Über kleinere Dörfer und Städte radeln wir die nächsten Tage bis an die Außenbezirke von Guatemala City. Da es eine der gefährlichsten Städte der Welt ist, beschließen wir, sie in aller Frühe zu durchqueren und hoffen, dass die Gangster da noch schlafen.

Vorbei an unzähligen staunenden Gesichtern bekommen wir nach einer Weile sogar unsere persönliche Schutzeskorte. Ein Polizist begleitet uns mit seinem Motorrad quer durch die Stadt. Ungeachtet des Verkehrs konnten wir mit ihm sogar einen ausgedehnten Plausch halten.

Nachdem wir uns gute 1000 Höhenmeter nach oben gekämpft hatten, deutet ein großes Schild den Weg runter nach Antiqua. Von hier an geht es steil bergab.

Kurz darauf rauschen wir auch schon mit „Lichtgeschwindigkeit“ an PKWs, Bussen und allem was sonst noch so auf der Straße herumkroch vorbei. Mit unglaublichen 93,6 Km/h holt sich Dani einen neuen Geschwindigkeitsrekord im „Tapi-Buch der Rekorde“.

Lasst das bloß nicht die Muttis wissen!“ 😉

In Antiqua angekommen, sehen wir nach langer Zeit mal wieder ein paar Europäer. Außerdem finden wir eine für uns passende Unterkunft, die zwar mit 80 Pesos pro Tag preislich sehr gut war, stiltechnisch aber eher an eine Höhle erinnert: dunkel rot getupfte Wände mit schwarzer Decke. Unglaublich wo wir immer landen, nur um Geld zu sparen. 🙂

Da Antiqua für seine Sprachschulen bekannt ist, beschließen auch wir für 2 Wochen die Schulbank zu drücken.

Am Tag der „Einschulung“ lernen wir unsere Lehrer kennen. Während Dani mit Maestro Diego auf dem Motorrad die nähere Umgebung erkundet und dabei einen erlebnisreichen Unterricht ringsum die Stadt genießt, zieht Fabi mal wieder den „Zonk“ und bekommt einen leicht irritierenden Professor, der ihm unter anderem zeigt, in welcher Straße man gut Drogen kaufen kann oder wo es hier die besten Prostituierten gibt. Dennoch brachten uns die 2 Wochen sehr viel, wir haben wirklich eine Menge gelernt.

In der Zwischenzeit verabreden wir uns mit Bella, Fabis Freundin aus Guatemala. Die Beiden lernten sich vor 7 Jahren in England kennen und trafen nun wieder aufeinander.

Wir hatten eine super Zeit. Bella lud uns zu sich nach Hause ein und stellte ihre Familie und Freunde vor. Wir wurden echt verwöhnt. Zum gegebenen Anlass gab es ein riesiges Abendessen mit vielen guatemaltekischen Spezialitäten, die wie von Zauberhand immer wieder den Weg auf unsere Teller fanden. 🙂

Das Oberhaupt der Familie ist César Fortuny, ein berühmter guatemaltekischer Künstler, der durch seine Malerei und Politik in der ganzen Welt bekannt ist. Überall im Haus hingen seine Kunstwerke, die in uns den Eindruck erweckten in einem Museum zu sein.

Als der Spanischunterricht beendet war, packten wir in Antiqua die Zelte ein und zogen an den Amatitlán See, der eine halbe Stunde von Guatemala City entfernt liegt.

Bellas Familie hat hier ein Ferienhaus direkt am Wasser und da es in dieser Zeit nicht benutzt wurde, durften die Tapis hier für 3 Wochen frei residieren!

…und am Ende der Straße steht ein Haus am See“ (Peter Fox) 😉

Es war wie im Paradies! Jeden Tag gingen wir schwimmen, kochten uns ein Festmahl, tranken Wein und Whisky oder heizten mit den Jet- und Wasserskis über den menschenleeren See.

Eines Tages kam Fabi vom Shoppen wieder und meinte, er wurde von einem Typen angesprochen, der einen Modeljob für uns hätte. 2 Tage später posieren wir in Outfits von Panawear, starren mit Modelblick in die Ferne oder ziehen die bildschönen weiblichen Models noch ein Stück näher zu uns heran. 😉

Es hat echt Spaß gemacht! Am Ende waren wir um eine schöne Erfahrung, sowie je 75 Dollar Entlohnung reicher.

Nach dem aufregenden Tag zogen wir uns dann in unser Feriendomizil zurück;

-„so ein Model braucht ja schließlich auch mal Pause!“

😉

Weitere Bilder hier

Von Maja-Tempeln und belizianischen Kleinstadt-Gangstern!

28. Mai bis 11. Juni 2013

Gesamtkilometer:            6943 KM
Längste Strecke:              87,8 KM
Plattenstatistik:                    26

Dass in Guatemala nicht nur winkende Einheimische das Gesamtbild zeichnen, bemerken wir zum ersten Mal an einer Tankstelle kurz nach Las Cruces. Wo neben dem mit Pumpguns schwer bewaffneten Sicherheitspersonal, ein Typ wie selbstverständlich aus dem Auto steigt und mit Knarre im Hosenbund bezahlen geht. Alltag!

Wir sollten vorsichtig sein!!!

Flores ist eine kleine Insel im „Lago Petén Itzá“. Ein Ort der ganz vom Tourismus lebt und wie ein Sammelbecken für Reisende wirkt. Die Hotels reihen sich aneinander, kunterbunte Souvenirläden verscherbeln allerlei Maja-Klimbim und die Reiseagenturen versuchen jedem für überteuerte Preise eine ihrer Touren aufzuschwatzen.

Heute ließen wir die Bikes stehen. Schon um 5 Uhr morgens ging es mit dem Bus in die berühmte Majastätte Tikal. Noch mit Schlaf in den Augen stolperten wir wieder mal ohne Karte oder Führer durch den Guatemaltekischen Dschungel, bis wir über einen ordentlichen Satz Stufen die Spitze des Tempels 4 erreichten.

„Hier leben also die Götter“

Der Ausblick war fantastisch! Wir fühlten uns wie Könige! Wenn man dort oben steht, begreift man warum die Maja ihre Tempel so hoch bauten. Die eigentlich riesigen Bäume lagen wie ein Teppich zu unseren Füßen, der von 3 weiteren Pyramiden durchstoßen wurde.

Kaputt vom Tag kehren wir in unser Hotel zurück wo man uns erzählt, dass wir morgen das Zimmer räumen müssen, da eine Reisegruppe für die nächsten Tage alle Zimmer gebucht hatte. Natürlich auch unseres! 🙁

Wir schliefen aus und radelten nur 30 Km weiter, in ein kleines Dorf direkt am See. Hier treffen wir beim planschen auf Jens und Valerie aus Stuttgart. Da wir uns auf Anhieb verstehen, endet der Abend mit Rum/ Soda und einer blutigen Partie Domino. Kein Scherz, das Spiel macht süchtig!

„Welcome in Belize“

Nun auf einmal Englisch. Wir tun uns schwer mit der Umstellung und quatschen am Anfang alle noch auf Spanisch voll. 🙂

Auf dem Weg nach San Ignacio wandelt sich die Umgebung. Die Leute mögen hier anscheinend farbenfrohe Bretterbuden auf Stelzen. Auch die Menschen selbst haben sich geändert. Wo wir im Nachbarland noch mit dem guatemaltekischen „Wink-Reflex“ punkten konnten, bekamen wir hier nur widerwillig einen Grüß zurück.

In Belmopan landeten wir mal wieder in einem Puff-Hotel, da es hier wie so oft einfach die günstigsten Betten gibt. 🙂

Der Hummingbird Highway führt uns quer durch das wunderschöne Dschungelhinterland von Belize. Unterwegs treffen wir auf „Kross“, einen Rasta. Er war nett und meinte wir sollen in Dangriga vorbeischauen. Sein Kumpel hat dort einen Fahrradshop, wo sie immer abhängen.

Es ist schon fast dunkel als wir in die Stadt kommen. Ziemlich am Eingang erkennen wir den Rastaman und seine Freunde. Sie fragten, ob wir nachher vorbeikommen möchten? Einen Rum trinken oder etwas rauchen und chillen?

Hmmm, mal sehen; vielleicht. Wir brauchen erst Mal ne Dusche“

„Jaja kein Problem man, mein Freund Tommes zeigt euch eine billige Unterkunft!“

Alles lief gut, er zeigte uns das Hotel, wir gingen rein und es war sogar günstig. Doch dann wird der „Freund“ zum Bettler und hält plötzlich die Hand auf.

“Erst auf Kumpel machen und dann Kohle verlangen?!?“

Um den Halunken los zu werden, geben wir ihm einen Taler. Wiedersehen wollen wir ihn allerdings nicht mehr. Im Allgemeinen fühlten wir uns nicht so wohl hier. Als Einzige Weiße allein auf der Straße, stachen wir heraus wie 2 Leuchtbojen im Meer und waren für die meisten die Attraktion des Abends.

Es war echt krass, jeder versuchte einem hier die Dollar aus den Taschen zu ziehen. Irgendwann machten wir dann komplett dicht und redeten, wenn überhaupt, nur noch auf Deutsch.

Doch es kam noch besser! Auf dem Weg zurück ins Hotel, laufen wir ausgerechnet Kross und Tommes in die Arme. Beide waren völlig dicht und sauer, weil sie angeblich nur auf uns gewartet hatten. Eine hitzige Diskussion entflammte und die Situation wurde zunehmend unangenehmer. Wir entdeckten das Tommes eine Waffe im Hosenbund hatte. Sie wollten, dass wir ihnen Bier und Zigaretten kaufen, für die „vertane Zeit“.

„Wir holen euch nen Scheißdreck!“

Nach langem hin und her können wir uns endlich losreißen und kehren zurück in unsere Unterkunft. Um einem weiteren Konflikt zu entgehen, beschließen wir, am nächsten Morgen früh aus der Stadt zu verschwinden. Diesen zugedröhnten Möchtegern-Gangstern wollen wir nicht nochmal über den Weg laufen!

Bei Sonnenaufgang radeln wir aus der Stadt und erreichen eineinhalb Stunden später den „Hopkins point“. Endlich finden wir die Ruhe und das Karibikfeeling, dass wir uns erhofft hatten. Unter anderem lernen wir hier durch Zufall Majapriester sowie Buchautor Vinni und den Skriptwriter Jeff kennen, der mit Hollywoodgrößen wie Quentin Tarantino zusammengearbeitet hat.

Auch „Kross“ aus Dangriga laufen wir noch zweimal in die Arme, aber außer einem bösen Blick von ihm passiert nicht mehr.

– Der Typ ist echt überall!

Wir blieben noch ein paar Tage und radelten dann weiter nach Placencia. Der Ort war zwar sehr touristisch, gefiel uns aber trotzdem super gut.

Ok, das wir die nächsten Tage mit 2 netten Holländern die ein oder andere Sorte Rum am Strand ausprobierten und nochmal alle Fünfe gerade sein ließen, trug sicherlich auch zum angenehmen Allgemeinbefinden bei. 😉

Zigarren, Rum und gute Laune – die Tapis endlich im Karibikfeeling!

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