Indonesien: Mit Schwungvollen Hüften um den Sarg im Dschungel

06. Oktober 2011

3 Tage Medan Entspannung haben gereicht  so dass wir uns nach zahlreichen Empfehlungen auf den Weg nach „Lake Toba“ machten.

Zwei Gitarren, ein Fahrer und zwei gut ausgewachsene Europäer quetschten sich ins Indonesische Tuk- Tuk, man glaubt nicht wie klein solch ein Gefährt wirklich ist……indonesisches Tuk-Tuk-Kuscheln, nur was für harte Jungs!!!!

Im Haupttransportmittel Süd-Ost Asiens fuhren wir durch diverse kleine Örtchen und wunderbare Landschaften, die Straßenzustände ähnelten teilweise der Oberfläche des Mondes und  mitten im Dschungel stiegen ständig Leute immer wieder  ein und aus.

Nach einer Weile nickte uns ein Indonesier zu der neben uns saß, er gab Dani sein Handy wo die Stimme einer netten Frau ertönte. Sie erklärte das ihr Bruder kein Englisch spricht, lud uns zu einer traditionellen indonesischen Beerdigung in ihrem Dorf ein und meinte das sie sich sehr freu würden, wenn wir zusagen. Uns kam die Einladung doch sehr komischen vor, denn wer um Himmelswillen würde zwei Fremde mit dreckigen Hosen und zerrissenen T-Shirts in Deutschland spontan im Bus zu einer Beerdigung einladen?

Trotz Ungewissheit im Hinterkopf fackelten wir nicht lange und stiegen mitten im Dschungel von Indonesien in einem kleinen Dorf mit aus dem Bus.

Unser nicht Englisch sprechender Indonesier leitete uns mit Handzeichen zu einem kleinem Haus, wo uns seine Schwester mit Freude empfing.  Auf der Veranda stehend kroch der Dschungelrhythmus von Trommeln schon durch unsere Ohren. Mit einem Grinsen schauten wir uns beide fragend an, was geht  denn hier ab???

20m weiter und wir befanden uns mitten im Kreise der Dorfgemeinschaft die fröhlich um den Sarg der Dorfältesten tanzte. Solch eine Zeremonie hatte keiner von uns erwartet.

Es dauerte nicht lang und wir wurden in die Festlichkeit voll mit eingebunden. Jeder bekam ein traditionelles Stück Gewand über die Schulter gelegt, ein kleiner Schupser von hinten und wir mischten mit in der Runde. Anfangs noch sehr zurückhaltend, konnte man uns nach ein paar Minuten kaum noch bremsen. Gut, der Jahre lang antrainierte Breakdanceschritt hatte uns hier nicht weiter geholfen, aber schnell kamen wir in den Takt so dass wir mit jedem eine Runde vor- und rückwärts um den Sarg der Toten hüpften. Sie Zeigten uns ihre Art zu bewegen und wie wir unsere Hände zu halten haben. Komisches Gefühl vor allen anderen die Hände in Gebetsform über den Sarg  nach rechts und links zu schwingen.

Zur Feier des Tages bekam Fabi das Mikrofon um zur Gemeinde zu sprechen aber wir glauben das kaum jemand ihn verstanden hat,  denn ihr Englisch war genau so schlecht wie sein Indonesisch.

Es war super lustig und unglaublich für uns zu erleben wie in Indonesien der letzte Weg eines Menschen zeremoniert wird, aber wir fühlten uns wohl.

Im Bus weiter Richtung Lake Toba diskutierten wir viel über diesen Moment und verglichen es mit unserer Art in der Heimat…..


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