Der Rest von Dani´s Weg :)

Montag 13. Juni – Donnerstag 16. Juni
Montag entschloss Silas nach Luang Phrabang zu fahren da sein Visa bald auslief, Lukas und ich entschieden das wir mit dem Motorrad ein paar tage später nach kommen. Nur noch zu zweit ging es am Dienstag auf Trekkingtour. Wir wollten unbedingt auf einen der Berge klettern die uns umgaben. Nach langem suchen einer Möglichkeit für den Aufstieg, fanden wir eine kleine Lücke in einem Gebüsch. Ich glaube diese Strecke ist zuvor noch keiner gegangen, es war eine Kombination aus Jungel, spitzen Felsbrocken, Glitschigen Bäumen und jeder menge Matsch. Nach einer Stunde erreichten den höchsten Punkt des Berges, was ein Baum auf einem Felsen war. Um überhaupt ins Tal schauen zu können mussten wir die Krone köpfen. Als es dann ein wenig zu tröpfeln begann, kapierten wir dann auch das der abstieg eventuell schwierig werden könnte. Zum Glück blieb es bei den Tropfen, denn wir verirrten uns einwenig und standen plötzlich vor einem 4 Meter Abgrund J. Ob wir wollten oder nicht wir mussten da runter bevor wir den anderen Weg finden würden könnte es schon regnen.
An der Seite war ein kleiner Kamin Lukas kletterte vor, als er unten angekommen und aus der Schusslinie war kam ich, scheiß Gefühl. Die ersten drei Steine die ich testete waren alle locker! Unten angekommen gab es erstmal einen saftigen Adrenalinkick zur Belohnung. Der Rest der Strecke war verhältnismäßig einfach, doch die Klamotten konnte man danach auswringen. Alles in allem sehr spaßig wenn man wieder heil angekommen ist!
Freitag 17. Juni – Mittwoch 22. Juni
9.30 auf  nach Luang Phrabang. Zusammen mit Lukas hieß es ca. 220 km  auf einem kleinen Motorrad und jeder menge Gepäck zu bewältigen (wie komme ich immer nur auf solche tollen Ideen). Doch es war ein Genuss für Augen und Herz. Kurvenreiche Straßen, atemberaubende Landschaften und immer wieder winkende Laoten in den Dörfern machten diese fahrt zu einem besonderen Erlebnis. Aber was wäre so eine Tour ohne Komplikationen. Nach der Hälfte der Strecke wollte unser Gehöft nicht mehr so schnell wie wir wollten. Der Motor war zu heiß gelaufen, also Zwangspause. Später passierte es immer öfter und wir hatten echt Probleme vorwärts zukommen. Es funktionierte nur wenn wir den Motor mit Wasser runterkühlten um wieder einen Berg zu schaffen. Das war ein lustiges Spiel: Wasser suchen, runterkühlen und weiter fahren. Was sich ca. 20 mal wiederholte bis wir gegen 8 Uhr im dunklen Luang Phrabang erreichten. Wir fanden ein wirklich schönes Familiäres Hostel. Der Inhaber saß mit ein paar Freunden davor und lud uns auf einen Laolao (Reisschnaps) ein, woraus später ein paar mehr wurden (hatten wir uns aber auch verdient). J
Ziemlich in der Mitte der Stadt liegt wieder einmal ein Tempel, er ist nicht so besonders dafür aber die Aussicht über die Stadt. Es gibt hier ein Paar sehr coole Bars und alles ist ein bisschen Französisch angehaucht. Besonderes Highlight ist der ca. 40 min fahrt entfernte Wasserfall, eigentlich mehrere in allen Variationen und einem großen Pool mit einem Seil zum rein schwingen. Alles gefasst in einem klaren, türkisfarbenen Wasser. Am Dienstag musste Lukas wieder nach Bangkok fahren, da er sein Motorrad nicht verkauft bekam nahm ich es erstmal um damit nach Vietnam zu fahren.
Donnerstag 23. Juni – Sonntag 3.Juli
Allein! Nachdem die Fehler am Motorrad behoben waren schnürte ich meine Sachen auf und fuhr nach einem guten Frühstück los Richtung Nong Khiow, was ich nach 7 Stunden erreichte um dort zu schlafen. Die Strecke sah zugegeben nicht so lang aus aber nach dem ich die Zivilisation verlassen habe, ging es nur noch über Schlängelstrassen und einsame Dörfer. Nong Khiow ist auch nicht wirklich eine Stadt es liegt nur sehr schön an einer großen Brücke und einem einmaligen Panorama. Darum haben sich da 1-2 Hostels angesiedelt, allerdings alles spartanisch: kein Internet, kein warm Wasser, keine gute Versorgung wenn mal was ist. War trotzdem schön!J Tag darauf  gleiche Geschichte, diesmal 5 Stunden fahrt und immer noch durch die Botanik. Kurz vor Vieng Thong  hielt ich um einen Kaffe zu trinken und platzte in ein Familiäres Besäufnis. Bevor ich gucken konnte saß ich auch schon mittendrin und hatte ein kleines Bierglas vor mir. Nach einer Stunde Plausch auf Laotisch (hab ich schon erwähnt das ich Vollprofi bin J ) konnte ich mich losreißen um die letzte Stunde nach Vieng Thong hinter mich zu bringen. Hier immer noch kein Zeichen von Zivilisation aber wenigstens ein Hostel mit warm Wasser. Tag darauf  war das Ziel Sam Nuae. Scheiß Tag! Auf der gesamten Strecke regnete es und so kam es das ich 60 km vor Sam Nuae eine Kurve unterschätzte und im Graben landete. Erst dachte ich das alles ok ist doch als ich mich aufrichten wollte sprang mir meine Kniescheibe ins Gesicht. Ich hatte einen Schnitt bis auf den Knochen 2 cm breit 5cm lang. Ein Paar Kinder waren zufällig in der nähe und freuten sich was ich den da so mache. Nach langem beäugen konnte ich sie aber doch dazu bringen mir mein Motorrad wieder auf die Straße zu bringen und mir beim improvisierten verarzten meiner Wunde behilflich zu sein. Ob ich wollte oder nicht ich musste wieder rauf auf die Maschine da es nur in Sam Nuae einen Doctor gab. Also ging es im Schneckentempo weiter da ich nicht mehr richtig an die Rückbremse kam und es wie sollte es auch anders sein regnete. Zwei Stunden später bin ich am Ende der Dämmerung endlich angekommen und ließ mich in der Ambulanz wieder zusammenflicken. Ich sag doch Scheiß Tag J!
Insgesamt blieb ich 10 Tage um mich zu kurieren, zum glück hatte ich ein Familiäres  Hostel wo man sich rührend um mich gekümmert hat.
Montag 4. Juli – Freitag 8. Juli
Von Sam Nuea fuhr ich am Montag über die Grenze zu Vietnam nach Na Meo dort musste ich ein Tag Pausiern da mein Knie noch nicht ganz so wollte. Ein Problem was ich nicht bedacht hatte war das es in Na Meo und im Umkreis von 120 km kein Geldautomaten gab. Was mich wiederum zum grübeln brachte ob ich mit dem rest Geld hin komme. Am nächsten Tag hieß es Sparflamme ohne Frühstück und ohne Mittag fuhr ich die 120 km nach Nga loc in 6 std. über teils rote Schotterpisten.
Als ich da ankam hatte ich noch 5 doller und keinen dong mehr. Hier traf ich Quan einen Vietnamesen der für Samsung arbeitet und der mich mit seinen Kollegen am Abend zum Dinner einlud. Mit frischer Knete ging es am nächsten Tag weiter nach Sam Son Beach. Sonne und Strand das erste mal seit dem ich aufreisen bin! Eine Sache war nur komisch, in Sam Son beach gab es viele Touristen  aber nur Asiatische und so wurde ich unfreiwillig  zum Showobjekt. Ich kam mir teilweise wie ein Promi vor, nur am lächeln und winken.
Samstag 9. Juli – Montag 18. Juli
Am 9. ging es weiter nach Hai Phong. Hier spürte ich zum ersten mal so richtig wie krass der Verkehr in Vietnam werden kann, man muss überall schauen und auf alles gefasst sein. Als ich am nächsten Morgen mir was zu Frühstücken besorgen wollte wurde ich 30 Meter von meinem Hotel angesprochen ob ich nicht Lust hätte Englisch zu lehren.
Obwohl ich erklärte das ich das noch nie gemacht habe und das ich auch kein Lehrer bin wollten sie mich unbedingt. Ich hätte eine gute Aussprache *grins*
Trotz unwohl sein willigt ich ein ( mehr als schief gehen kann es ja nicht ).
Ich zog aus meinem Hotel aus und bei der Familie ein. Am Nachmittag wollt ich mir eine Telefonkarte kaufen dabei traf ich Thien, der mich auf einen Kaffe einlud und mir mit seinem Roller die Stadt zeigte. Wirklich nettes Völkchen! Tag drauf  um 14 Uhr war es dann soweit, meine erst Klasse, klasse! Anfangs sehr komisch und ungewohnt, ich war nervös was auf mich zu kommt. Aber dann war alles ganz easy. Die Schüler waren zwischen 6 und 14 Jahren alt und waren natürlich sehr freundlich. Ich hatte insgesamt 4 Klassen an diesem Tag und den Nächsten noch mal das Gleiche. Ich bekam immerhin 10 Doller pro Klasse, freie Unterkunft und Essen für die Tage. Als ich mich am Abend von Thien verabschieden wollte um weiter nach Halong Bay zu fahren fragte er ob er mitkommen kann um mir alles zeigen. Na klar, 8 Uhr am Nächsten Morgen ging es los. Leider regnete es mal wieder auf der gesamten Strecke und die nächsten Tage, was aber nicht so schlimm war weil ich den Tag nach der Ankunft mit Fieber und Kopfschmerzen für 5 Tage flach lag. Ich entschied mir Halong Bay nur vom Ufer aus anzugucken da ich ein Schiff in dem Zustandt nicht betreten wollte. Das gute war das ich wieder mal Glück im Unglück hatte meine Vermieter sorgten sich rührend um mich und brachten mir alles was ich brauchte. Zur Krönung brauchte ich die letzten 3 tage weder Unterkunft noch Essen oder Trinken zu zahlen.
Dienstag 19. Juli – Samstag 23. Juli
Nach erfolgreicher Genesung, verkaufte ich mein Motorrad und ließ mich vom meinem Vermieter zum Bus nach Hanoi bringen. Ich weiß nicht womit ich das verdient habe aber er steckte mir noch 500000 Dong (290000 Dong = 10€) zu, zahlte mir den Bus und gab mir auch noch das Wechselgeld (400000 Dong). Die gesamte Fahrt grübelte ich über diese Erfahrung, die mich innerlich sehr gerührt hat. Hanoi war sehr interessant. Der Verkehr, die Gerüche, die Märkte und die vielen Menschen wo von mir jeder Zweite irgendwas aufquatschen wollte. Ich besichtigte das Geschichtsmuseum, das Ho Chi Minh Mausoleum, das Wasserpuppentheater und die gesamte Altstadt. Am Samstag flog ich dann um 23,30 Uhr aus dem kaotischen Hanoi in das für mich gar nicht mehr so verrückte Bangkok.
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