Von Maja-Tempeln und belizianischen Kleinstadt-Gangstern!

28. Mai bis 11. Juni 2013

Gesamtkilometer:            6943 KM
Längste Strecke:              87,8 KM
Plattenstatistik:                    26

Dass in Guatemala nicht nur winkende Einheimische das Gesamtbild zeichnen, bemerken wir zum ersten Mal an einer Tankstelle kurz nach Las Cruces. Wo neben dem mit Pumpguns schwer bewaffneten Sicherheitspersonal, ein Typ wie selbstverständlich aus dem Auto steigt und mit Knarre im Hosenbund bezahlen geht. Alltag!

Wir sollten vorsichtig sein!!!

Flores ist eine kleine Insel im „Lago Petén Itzá“. Ein Ort der ganz vom Tourismus lebt und wie ein Sammelbecken für Reisende wirkt. Die Hotels reihen sich aneinander, kunterbunte Souvenirläden verscherbeln allerlei Maja-Klimbim und die Reiseagenturen versuchen jedem für überteuerte Preise eine ihrer Touren aufzuschwatzen.

Heute ließen wir die Bikes stehen. Schon um 5 Uhr morgens ging es mit dem Bus in die berühmte Majastätte Tikal. Noch mit Schlaf in den Augen stolperten wir wieder mal ohne Karte oder Führer durch den Guatemaltekischen Dschungel, bis wir über einen ordentlichen Satz Stufen die Spitze des Tempels 4 erreichten.

„Hier leben also die Götter“

Der Ausblick war fantastisch! Wir fühlten uns wie Könige! Wenn man dort oben steht, begreift man warum die Maja ihre Tempel so hoch bauten. Die eigentlich riesigen Bäume lagen wie ein Teppich zu unseren Füßen, der von 3 weiteren Pyramiden durchstoßen wurde.

Kaputt vom Tag kehren wir in unser Hotel zurück wo man uns erzählt, dass wir morgen das Zimmer räumen müssen, da eine Reisegruppe für die nächsten Tage alle Zimmer gebucht hatte. Natürlich auch unseres! 🙁

Wir schliefen aus und radelten nur 30 Km weiter, in ein kleines Dorf direkt am See. Hier treffen wir beim planschen auf Jens und Valerie aus Stuttgart. Da wir uns auf Anhieb verstehen, endet der Abend mit Rum/ Soda und einer blutigen Partie Domino. Kein Scherz, das Spiel macht süchtig!

„Welcome in Belize“

Nun auf einmal Englisch. Wir tun uns schwer mit der Umstellung und quatschen am Anfang alle noch auf Spanisch voll. 🙂

Auf dem Weg nach San Ignacio wandelt sich die Umgebung. Die Leute mögen hier anscheinend farbenfrohe Bretterbuden auf Stelzen. Auch die Menschen selbst haben sich geändert. Wo wir im Nachbarland noch mit dem guatemaltekischen „Wink-Reflex“ punkten konnten, bekamen wir hier nur widerwillig einen Grüß zurück.

In Belmopan landeten wir mal wieder in einem Puff-Hotel, da es hier wie so oft einfach die günstigsten Betten gibt. 🙂

Der Hummingbird Highway führt uns quer durch das wunderschöne Dschungelhinterland von Belize. Unterwegs treffen wir auf „Kross“, einen Rasta. Er war nett und meinte wir sollen in Dangriga vorbeischauen. Sein Kumpel hat dort einen Fahrradshop, wo sie immer abhängen.

Es ist schon fast dunkel als wir in die Stadt kommen. Ziemlich am Eingang erkennen wir den Rastaman und seine Freunde. Sie fragten, ob wir nachher vorbeikommen möchten? Einen Rum trinken oder etwas rauchen und chillen?

Hmmm, mal sehen; vielleicht. Wir brauchen erst Mal ne Dusche“

„Jaja kein Problem man, mein Freund Tommes zeigt euch eine billige Unterkunft!“

Alles lief gut, er zeigte uns das Hotel, wir gingen rein und es war sogar günstig. Doch dann wird der „Freund“ zum Bettler und hält plötzlich die Hand auf.

“Erst auf Kumpel machen und dann Kohle verlangen?!?“

Um den Halunken los zu werden, geben wir ihm einen Taler. Wiedersehen wollen wir ihn allerdings nicht mehr. Im Allgemeinen fühlten wir uns nicht so wohl hier. Als Einzige Weiße allein auf der Straße, stachen wir heraus wie 2 Leuchtbojen im Meer und waren für die meisten die Attraktion des Abends.

Es war echt krass, jeder versuchte einem hier die Dollar aus den Taschen zu ziehen. Irgendwann machten wir dann komplett dicht und redeten, wenn überhaupt, nur noch auf Deutsch.

Doch es kam noch besser! Auf dem Weg zurück ins Hotel, laufen wir ausgerechnet Kross und Tommes in die Arme. Beide waren völlig dicht und sauer, weil sie angeblich nur auf uns gewartet hatten. Eine hitzige Diskussion entflammte und die Situation wurde zunehmend unangenehmer. Wir entdeckten das Tommes eine Waffe im Hosenbund hatte. Sie wollten, dass wir ihnen Bier und Zigaretten kaufen, für die „vertane Zeit“.

„Wir holen euch nen Scheißdreck!“

Nach langem hin und her können wir uns endlich losreißen und kehren zurück in unsere Unterkunft. Um einem weiteren Konflikt zu entgehen, beschließen wir, am nächsten Morgen früh aus der Stadt zu verschwinden. Diesen zugedröhnten Möchtegern-Gangstern wollen wir nicht nochmal über den Weg laufen!

Bei Sonnenaufgang radeln wir aus der Stadt und erreichen eineinhalb Stunden später den „Hopkins point“. Endlich finden wir die Ruhe und das Karibikfeeling, dass wir uns erhofft hatten. Unter anderem lernen wir hier durch Zufall Majapriester sowie Buchautor Vinni und den Skriptwriter Jeff kennen, der mit Hollywoodgrößen wie Quentin Tarantino zusammengearbeitet hat.

Auch „Kross“ aus Dangriga laufen wir noch zweimal in die Arme, aber außer einem bösen Blick von ihm passiert nicht mehr.

– Der Typ ist echt überall!

Wir blieben noch ein paar Tage und radelten dann weiter nach Placencia. Der Ort war zwar sehr touristisch, gefiel uns aber trotzdem super gut.

Ok, das wir die nächsten Tage mit 2 netten Holländern die ein oder andere Sorte Rum am Strand ausprobierten und nochmal alle Fünfe gerade sein ließen, trug sicherlich auch zum angenehmen Allgemeinbefinden bei. 😉

Zigarren, Rum und gute Laune – die Tapis endlich im Karibikfeeling!

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