Tapinambur around the World Part 2 :)

5 Tage Couchsurfing auf Sydneys Airport, Bewertung: Positiv !

16. September bis 06. Oktober 2012

Knapp 11 Monate sind vergangen, wir haben es geschafft, Sydney, die Ikone Australiens und unsere Endstation, auf diesem Kontinent!

Eine günstige Unterkunft sowie einen freien Langzeitparkplatz hier zu finden bringt uns jedoch Kopfzerbrechen. In manchen Hostel im Zentrum hat man nicht mehr das Gefühl in einer Jugendherberge zu sein, sondern eher im Nobelhotel. Bei Preisen von 38 Dollar für…„das günstigste was sie haben bitte“… und einen in Anzug gequetschten Pagen der sich wunderbar in das glänzende schicki-micki Design einpasst, kommen wir uns mit unseren Outdoor-Lagerfeuer-Survival-Klamotten ein wenig „exotisch“ vor. Dennoch finden wir eine Bleibe welche unseren niedrigen Ansprüchen gerecht wird, plus eine komplett kostenlose Dauerabstellmöglichkeit für unser „Tapi-Mobil“, nur wenige Meter davon entfernt.

Mit all dem Trödel den wir über das Jahr gesammelt haben veranstalteten wir einen Mini-Basar, wir mutierten so zusagen zu fliegenden Händlern und quatschten jeden voll der unsere Wege kreuzte, „doch, doch du brauchst das auf jeden Fall, Goldstaub man, GOLDSTAUB!!!“. Auch von dem mittlerweile ans Herz gewachsene Tapi-Mobil und unseren Gitarren müssen wir leider Abschied nehmen, alles muss raus!

Wir nehmen uns die Zeit um uns mit ein paar Freunden zu treffen die auch gerade in Sydney waren und enden dann  in der Schwulen-Bar Nr. 1, egal die Stimmung war gut, das Bier hat geschmeckt, was will man mehr.

Mit unseren „Room Mates“ veranstalten wir ein „Hostelzimmer-Mini-Golfturnier“ zum aufwärmen und gehen direkt im Anschluss Nachtgolfen im nah gelegenen Stadtpark. Mit sportlich beschwipsten Eifer wurden an die hundert Golfbälle quer über das Grün in die Dunkelheit gefeuert bis der Rasen einem Streuselkuchen zum verwechseln ähnlich sah.

Im „Cycle-World“ Fahrradshop finden wir endlich die Fahrräder die uns bis nach Hause bringen sollen. Die 2 „Koga Travler Bikes“ im Sonderangebot, verschlingen trotzdem noch mehr Geld als der Verkauf unserer motorisierten Schlafgelegenheit einbrachte, aber wir hoffen das sich die Investition lohnt und wir damit auch bis nach Hause kommen.

Die Sachen und Räder verpackt, die Flugtickets nach Neuseeland gebucht, überpünktlich sind wir 30 Stunden vor Abflug in Sydneys Flughafen und…

…verpassen tatsächlich unseren Flieger!?!

Die Zeitumstellung macht uns gerade an diesem Tag einen Strich durch die Rechnung, der Check-in-Schalter schließt genau vor unserer Nase und mit unserem Übergepäck lassen sie uns nicht mehr mitfliegen. Nachdem der Frust den Stimmungspegel in Minusbereiche fallen lässt, versuchen wir telefonisch zu retten was zu retten geht und bekommen einen Flug für 100$/Person mehr, jedoch erst am Mittwoch,…es war Sonntag!

Um nicht noch mehr Kosten zu verursachen, wurde sich an Ort und Stelle häuslich eingerichtet. Dani machte einen 3 Stunden Marsch zum „nahelegenden“ Supermarkt während Fabi das Gepäck hütetet wie eine Henne ihre Eier. Schon am zweiten Tag fühlten wir uns wie bei dem Film „Terminal“, irgendwann kannten wir das gesamte Personal bei Namen und schlürften mit Flip-Flops, Waschtasche und Handtuch über der Schulter zu den im 2. Stock gelegene Duschen. Am 3. Tag lernen wir Klaus „auf reisen kennen“ der 72ziger ist noch top Fit und hatte jede Menge lustige Geschichten auf Lager, die er uns auch in kompletter Länge erzählte. Aber wir hatten ja Zeit.

Gegen Mittag des Vierten Tages stehen auf einmal zwei Herren im schultergepolsterten Anzug vor uns, räuspern sich ein wenig verlegen und fragen entsetzt was wir hier eigentlich die ganze Zeit machen. Nach dem die Flughafenmanager die komplette Story gehört hatten (wobei sie sich ein Schmunzeln nicht verkneifen konnten) zogen sie wieder ernste Miene auf und legten uns nah den morgigen Flug möglichst nicht zu verpassen, worauf beide wieder abtrabten.

Tag X!

Tapinambur steht pünktlichst vor dem Check in und…

wieder wollen sie uns nicht fliegen lassen, ohne Weiterflugticket aus Neuseeland geht’s nicht weiter!!! Im Flugcenter werden alle vorherigen Pläne über Bord  geschmissen und der billigste Flug aufs Amerika-Festland genommen, „viva arriba Mexico“. Zurück bei der Schalterbiene bleibt eine letzte Hürde, doch wir nutzen unseren „Charme-Joker“ und bekommen mit Augenzwinkern ganze 12 Kilo Übergewicht frei in den Flieger. Endlich!

Hobbits, macht euch bereit, wir kommen!!!

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Ein Truthan kommt selten allein

08. bis 16. September 2012

Seelenruhig schleicht  der Tapi-Commodore durch das mit Lichtern bespickte Brisbain, seit langem weht uns mal wieder der Duft der Großstadt um die Nasen. Neugierige Blicke erreichen uns und unser Gefährt das mittlerweile stark an Wandelnde Zigeuner erinnert. Es bleibt bei einem kurzen Stadtbummel, wir müssen endlich mal vorwärts kommen!

Die selbsternannten Surfkings erreichen Surfers Paradise. Hier haben wir uns mit Sol, einer kleinen, quirligen Frohnatur aus Ecuador verabredet, die Fabi vor 6 Jahren in England kennenlernte. Sol hat eine kleine Koje auf einem Boot das einem Pensionierten Manager gehört der hier mit seiner deutlich Jüngerin, philippinischen Frau seinen Lebensabend genießt. Kapitän Karl ließ uns an Bord und so dinierten wir auf dem Heck der Luxusyacht währende die Sonne den Hafen Gold-gelb färbt, was der Vorstellung gleich kam, dass dies unser Schiffchen sei.

Am Nächsten Tag zeigte uns die Kleine wem die eigentliche Surfkrone gehört, ihr Kumpel Thomas wie er sein angepriesenes Känguru Spezial macht(…3 Bier+ Soßenbinder) und  wie man bei der Selbstbedienungskasse im Supermarkt extrem sparen kann 😉

Das „Tapinambur-Travel-Team“ surft sich entlang der geschlängelten Küste nach New South Wales wo die Wassertemperaturen und die Fülle an Kontrahenten dies zunehmend schwieriger gestalten.

In Bayron Bay, erproben wir neue Kampftaktiken gegen drei fresssüchtige Truthähne die sich, ungeachtet dessen das sie selber fast auf dem Speiseplan gelandet wären, mit schierer List, radikal an unserem Einkauf zu schaffen machten. Sobald wir uns auch nur zwei Meter von unserer Kochstelle entfernten stürmten die Biester das Büfett. Die Schlafplatzsuche gestaltet sich auch nicht leichter, da ein Schildermeer die „Tapi-Normaden“ abhalten soll ein ruhiges Plätzchen zu finden, aber gut versteckt ist halb gewonnen.

In den Blue Mountains in der Nähe von Sydney beschließen wir ein bisschen zu Wandern. Die Aussicht stimmt, aber „Stöckelschuh-Püppchen“ und Rentner mit lauflahmen Haxen auf der Strecke machen den Reiz etwas Besonderes zu verrichten zu Nichte. Dennoch finden wir auf der Suche nach einem freien Campingspot, im „Blackheath-Tal“ unsere persönliche kleine Oase. Eiskaltes Flusswasser spült den Schweiß des Tages davon doch hinterließ ein nadeln auf der Haut das unserem Immunsystem die nötige Aufmerksamkeit gab. Das Feuer danach bringt jedoch die Wärme zurück in den Körper und befriedigte den Geist. Am Morgen mischen sich letzte Rauchschwaden mit kalter, nebliger Luft die von den ersten Sonnenstrahlen die ins Tal gelangen durchstoßen wird und dem ganzen einen mystisch-romantischen Hauch verleihen.

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Fraiser Island, gefangen im Strudel der Gemütlichkeit!

31. Juli bis 07. September 2012

In Rainbow Beach finden wir unser persönliches Bermuda Dreieck, spurlos verschwunden. Nachdem wir die ersten zwei Tage im „Pippies Hostel“ verbrachten war klar es wird schwer diesen Ort wieder zu verlassen. Mit reichlich Sand im Schlüpper rasten wir die erhaben wirkende „Sandblow“ hinunter bis die Sonne ihre letzten Strahlen über die magisch wirkende Landschaft verteilte.

Der Regenbogenstrand mit seinen 72 Farben war perfekt um unser neu erworbenes Surfbrett auszuprobieren und am Abend bekamen wir theaterreife Szenerien am Feuer geboten die Fernsehen unnötig machten, ein Abend toppte hier den Nächsten.

Mit gepackten Sachen, dem Schlüssel in der Hand, bereit abzufahren standen wir vor dem Tapimobil als plötzlich eine kleine freche Französen auf uns zu kam und fragte ob wir mit über Fraiser Island Wandern wollen? Da es Dani´s Bein gerade wieder besser ging wagten wir einen Versuch.

Vier Tage Marschierten wir mit „Flavie“ im Inland Berg auf Berg ab, durch wüstenartige Dünen und entlang des nicht enden wollenden Strands der gleichzeitig die Autobahn der Insel ist, bis hoch zum „Maheno-Wrack“. Die erst Nacht schliefen wir im Wald ohne Zelt und hörten die Dingos um unsere improvisierte Stöckerhütte schleichen, in der darauffolgenden trafen wir im eingezäunten Campingplatz auf Bobbi einen französischen, sympathischen, naturliebenden Öko-Hippie der sich am liebsten nur von Licht ernähren würde und ständig am flüchten war, da er irgendwie immer in Konflikt mit Staat und Gesetzten kam.

Den letzten Schlafplatz fanden wir in Happy Valley, nachdem wir unser vorläufiges „Belohnungs-Eis“ schleckten, versteckten wir uns im Gebüsch um die Ecke bis früh um 5 die ersten Sonnenstrahlen den nächsten Tag ankündigten und wir unbemerkter weise davon schlichen. Zum essen gab es jeden Tag nur Reis oder Couscous mit Currypulver und Brühwürfeln sowie Mandeln für zwischendurch.  Am Ende hatten wir ca. 60km Strecke mit unseren eigenen Füßen  überwunden, wurden 2 Mal für weitere 15km auf der Ladefläche eines Picups mitgenommen, zahlten dadurch fast 600 Dollar Strafe weil uns die Polizei erwischte doch bekamen, so zusagen als „happy end“, einen kostenlosen Lift von einem Tourguide der gerade nichts zu tun hatte und uns direkt zurück nach Rainbow Beach brachte.

Gesamt Kosten für die Fraiser-Tour: 4.50 Dollar p.P für ein Eis.

Zurück im „Pippies“ drehten sich die Dinge in die richtige Richtung. Graham, der Besitzer des Hostels und heimlicher „Pate“ des Ortes hatte gefallen und beauftragte uns mit allerlei Minijobs, wodurch wir Surfausrüstung und später einen 4×4 Geländewagen zur freien Verfügung hatten. Wir arbeiteten außerdem ein bisschen für Frühstück und Logis, Zeit mit der neugefundenen Klicke Surfen zu gehen blieb trotzdem. Fünf lange Wochen, jeden Tag!

Alles in allem versuchten wir geschätzte 6 Mal aus Rainbow Beach zu verschwinden doch die Leute die wir trafen und der Lebensstil den wir hier erleben durften machten es wirklich nicht leicht.

Gefangen im Strudel der Gemütlichkeit!

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Der Sparfuchs geht um!

11. Juli bis 31. Juli 2012

Cairns:

Ein paar Tage vergehen und wir kennen die halbe Stadt oder umgekehrt. Wie der Zufall so will bot sich uns die Gelegenheit Tilman Waldtaler zu treffen, eine lebende Legende des Touring Radsports, der mit 71 Jahren gerade seine letzte große Tour von Norwegen bis nach Neuseeland beendet hat.

Da wir ab Neuseeland auf Fahrräder umsatteln wollen, war das die Gelegenheit uns noch ein paar Tipps vom Profi zu holen.

Fabi: “siehst ja kleener aus als uff´m Foto“

Tilman: “Duuu, kleine Leute verbringen aber große Taten!“

Wir haben uns sofort verstanden hehe!

Seit unserer Abreise hatten wir einen Traum den wir uns nun verwirklichten, Tauchen im Aushängeschild Australiens. Great Barrien Reef, wir kommen!

Für Dani weicht jedoch die Vorfreude während der 90 minütigen Überfahrt dem Drang seinen Kopf über der Reling halten zu müssen. Naja, die Fische hat es gefreut!

Als wir die flüssige Oberfläche durchbrechen, eröffnet sich der Blick auf die so viel beschriebenen schwerelose, farbenfrohe und Tierreiche Unterwasserwelt die wenn man sie erlebt hat, schnell süchtig machen kann.

Da es hier an Skateparks nicht mangelt, überkommt uns nach Jahren der Pause die Lust wieder Skateboard fahren zu wollen, was eigentlich, nach etwas Übung, auch wieder ganz gut klappte. Nur haben wir verdrängt dass man sich dabei auch ordentlich weh tun kann. Während Fabi sich mit Dezimeter großen Schürfwunden an Rücken und Knien begnügte, setzte Dani ein Ausrufezeichen als er sich beim Pool fahren versuchte. Ein ausgekugeltes Wadenbein das noch vor Ort, zurück an die richtige Position gerückt wurde, machte für die nächste Zeit eine Zwangspause fällig, „shit happens“!

Unglaublich, in „Rita Iland“ zelebrieren wir unsere einjährige Tapinambur-Reise…. Prost!

Auf dem Weg Richtung Süden kommen wir in Childers  vorbei, wir erfahren dass am nächsten Tag ein großes Fest in dem Städtchen gefeiert wird. Da dürfen wir natürlich nicht fehlen! Die groß angekündigte Veranstaltung ließ die Nasen sich von Stand zu Stand schnuppern, kein Gaumen blieb unbefriedigt, mit Ausnahme von unserem. Bei Preisen von 7$ für eine „German Bratwurst“ knauserten wir mit unserem Hart verdienten Moneten und verdünnisierten uns nach einem Rundgang ins „Apple Tree Creek“ einem urigen Aussie- Rocker-Pub, das zum Blues geladen hatte. Nach dem uns die Lokals und der Bar-Chef beibrachten wie man als Einheimischer richtig flucht, endeten wir in Ray und Luzi´s umgebauten Schulbus-Camper, die beiden Mittsechziger Rock-Rentner waren noch nicht feiermüde und so zog sich diese Nacht noch ein ganzes Stück länger bis auch die letzten Bierreserven aus deren Kühlbox verschwanden.

An Traumstrände und Postkartenmotive mangelt es an der Ostküste ganz und gar nicht. In Earlie Beach ergattern wir von einem Französischen Backbacker ein lang gesuchtes Surfboard für einen schmalen Taler und sind danach nur noch auf der Suche nach einem geeigneten Spot um das Ding endlich auszuprobieren.

Da wir uns wieder mal gegenseitig zur Vernunft riefen kein unnötiges Geld auszugeben, stehen wir wie 2 Straßenkinder in Harvey Bay und drücken uns an den Schaufenstern der einladenden Geschäfte die Nasen platt,…

…der Sparfuchs geht um!

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